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Verifizierung



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Verifizierung

Als Verifizierung (von lat. veritas, Wahrheit) wird der Vorgang bezeichnet, einen vermuteten oder behaupteten Sachverhalt als wahr zu belegen. Der Begriff "Verifizierung" wird in unterschiedlichen Bereichen leicht unterschiedlich gebraucht, je nachdem, ob man sich bei der Wahrheitsfindung nur auf einen geführten Beweis stützen mag, oder auch die bestätigende Überprüfung und Beglaubigung des fraglichen Sachverhaltes durch eine unabhängige Instanz als gültige Verifizierung betrachtet.


Inhaltsverzeichnis
1 Wissenschaftstheorie
2 Informatik
3 Qualitätssicherung
4 Authentifizierung
5 Beispiele für Verifizierung
6 Zusammenfassung
7 Weblinks

 

Wissenschaftstheorie

In der Wissenschaftstheorie versteht man unter der Verifizierung einer Hypothese den Nachweis, dass diese Hypothese richtig ist. Logischer Empirismus und Positivismus gehen davon aus, dass solche Nachweise führbar seien. Heute wird jedoch allgemein im Rahmen des kritischen Rationalismus' (K. Popper) davon ausgegangen, dass Hypothesen nie letztgültig verifiziert werden können, sondern theoretisch immer durch neueres Wissen überholt werden können. Eine Hypothese kann somit zwar falsifiziert werden, sich also als ungültig erweisen, jedoch kann nie mit Sicherheit angegeben werden, dass sie gültig sei.


Dr. Erhard Zauner hat in seiner Doktorarbeit nachzuweisen versucht, dass der Popper'sche Ansatz zwar theoretisch richtig, aber praktisch nicht unbedingt zielführend sein muss. Mit seinem Vierklee-Dilemma bringt er ein Beispiel, wie eine Hypothese durch fortgesetztes falsifizieren und modifizieren so nichtssagend wird, dass sie praktisch nutzlos wird.

 

Informatik

In der Informatik und Softwaretechnik versteht man unter Verifikation den mathematischen Beweis, dass ein Programm (also eine konkrete Implementation) der vorgegebenen Spezifikation entspricht (siehe Korrektheit (Informatik)). Solche Beweise werden mit Hilfe der Methoden der formalen Semantik geführt. Die Verifikation ist jedoch grundsätzlich nicht in jedem Fall möglich, wie das Halteproblem und der Gödelsche Unvollständikeitssatz zeigen, was aber nicht zu übertriebenen Pessimismus Anlass geben soll.

Zur automatisierten Verifikation werden auch häufig Automatenmodelle eingesetzt. Für kleine Systeme mit endlicher Zustandsmenge (zum Beispiel im Hardwaredesign) werden dafür gerne Endliche Automaten eingesetzt (Model Checking), für parallele Prozesse finden Petri-Netze verwendung. Aber auch andere Automaten können eingesetzt werden. Hintergrund ist die Möglichkeit, formale Spezifikationen in äquivalente Automaten zu überführen (z.B. zeigt der Satz von Büchi-Elgot-Trakhtenbrot die Äquivalenz von endlichen Automaten und Formeln der monadischen Logik 2. Stufe, siehe MSO), wobei das Problem des Erfüllens einer Spezifikation auf ein äquivalentes Problem der Analyse einer Eigenschaft des Automaten überführt wird. Automaten sind die geeignetere Repräsentation der Problemstellung zum Zwecke der Analyse, da hier gute Algorithmen bekannt sind.

 

Qualitätssicherung

Die DIN EN ISO 8402 vom August 1995, Ziffer 2.17 versteht unter Verifizierung das Bestätigen aufgrund einer Untersuchung und durch Bereitstellung eines Nachweises, daß festgelegte Forderungen erfüllt worden sind. Diese Norm bezieht sich auf die Qualitätssicherung von organisatorischen und betrieblichen Abläufen. Verifizierung wird hier also verstanden als eine "Bestätigung im Nachhinein", ob vorhandene Abläufe die gewünschten Ergebnisse erzielen.


 

Authentifizierung

Die Verifizierung von Personendaten oder Protokollen ist als Vorgang einer gemeinsamen Unterschrift oder als hoheitlicher Akt der Beglaubigung bekannt. Hier findet auch der verwandte Begriff der Authentifizierung als Synonym für einen Identitätsnachweis Verwendung. Umgangssprachlich wird hier oft auch in technischen Dokumentationen von Verifizierung gesprochen.

 

Beispiele für Verifizierung

  • Nachweis einer genormten Vorgehensweise in einer Projektorganisation
  • Betrieblicher Abgleich von EDV-Protokollen
  • Empirischer Beleg der Wirksamkeit eines Medikamentes
  • Notarielle Beglaubigung einer Unterschrift
  • Überprüfung von Firmenadressen in einem Telefonverzeichnis
  • Der Abgleich von hinterlegten biometrischen Daten bei einer Zugangskontrolle
  • Nachweis von in Simulationen ermittelten Eigenschaften eines Produktes durch Experimente

 

Zusammenfassung

Die frühzeitige Verifizierung beziehungsweise Validierung eines Prozesses oder einer Aussage hilft Fehler rechtzeitig zu erkennen und technische, menschliche oder prozessuale Kommunikationsverluste zu vermeiden.

Die inhaltliche Beurteilung der überprüften Aussagen oder Daten auf Plausibilität oder Wirkung ist nicht Aufgabe der Verifizierung. Es handelt sich hierbei also nur um den Nachweis einer gewissen Authentizität der Aussage an sich. Ein verifizierter Ausdruck (z. B. das Ergebnis eines Experimentes) ist somit von Dritter Stelle überprüft, seine wissenschaftliche Aussagekraft ist damit jedoch noch nicht belegt. Die verifizierte Aussage hat somit zwar einen höheren Stellenwert als die unbelegte Behauptung, jedoch einen niedrigeren Stellenwert als der schlüssige Beweis.

Siehe auch: Validität, Reliabilität, Falsifizierbarkeit, Grenzwissenschaft, Parawissenschaft, Diskurs, Verifikationismus

 

Weblinks

Verifizierung von Lexikoneinträgen (http://www.linguistik-online.de/2_99/retti.html)


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