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Bei den Lindenmayer- oder L-Systemen handelt es sich um einen mathematischen Formalismus,
der 1968 von dem Biologen Aristid Lindenmayer als
Grundlage einer axiomatischen Theorie
biologischer Entwicklung vorgeschlagen wurde. In jüngerer Zeit fanden L-Systeme
Anwendung in der Computergraphik bei der Erzeugung von Fraktalen und in der realitätsnahen Modellierung von Pflanzen.
Das wesentliche Prinzip von L-Systemen besteht in der sukzessiven Ersetzung von Einzelteilen eines einfachen Objektes mittels
so genannter Produktionsregeln. Diese Ersetzungen können rekursiv durchgeführt
werden.
Die bekanntesten Ersetzungssysteme sind solche, die auf Zeichenketten basieren. Besonders Noam Chomskys Arbeiten aus den 1950ern über formale Grammatiken stiessen auf großes Interesse und befruchteten die
Forschung in der theoretischen Informatik. Im Gegensatz zu den sequentiellen Ersetzungsregeln in Chomskys Grammatiken finden
Ersetzungen in L-Systemen parallel statt, analog zu den gleichzeitig stattfindenden Zellteilungen in mehrzelligen Organismen.
Siehe auch
formale Sprachen, Selbstorganisation, Selbstähnlichkeit, Musterbildung
Weblinks
- http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e28_3/lsys.html An
Introduction to Lindenmayer Systems (auf Englisch)
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