Anvisieren des Marschzieles mit Kimme und Korn und ablesen der Marschzahl über
den Spiegel
Der Kompass ist ein Gerät zur Bestimmung der Himmelsrichtung.
Aufbau und Funktionsweise
Der Magnetkompass besteht aus einem drehbaren Zeiger aus magnetischem Material, der Kompassnadel und dem Gehäuse in dem dieser
Zeiger möglichst reibungslos gelagert ist. Oft gehört auch eine 360°-Skala dazu. Die
Nadel wird parallel zum Magnetfeld der Erde in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Genau genommen
zeigt sie nicht auf die geographischen, sondern auf die magnetischen Pole. Insbesondere in Polnähe muss diese Abweichung
korrigiert werden, so beträgt sie in Kanada zurzeit (die magnetischen Pole wandern) bis zu 20 Grad. Diese Abweichung nennt man
Ortsmissweisung oder Deklination. Es ist nicht ganz sicher, wer diese zuerst erkannte jedoch ist es sicher,
dass Georg von Peuerbach der erste war, der über die
Missweisung schrieb. Der älteste erhaltene Kompass, bei dem die Missweisung eingezeichnet ist stammt von Peuerbach.
Als Deviation bezeichnet man Abweichungen die durch Metallgegenstände
(Cockpit im Flugzeug, Steuerstand auf einem Schiff) hervorgerufen werden können. Zum
Ausgleichen werden Deviationstabellen eingesetzt,die zu jedem Kompasskurs
entsprechende Korrekturen vermerkt haben. Deviationstabellen werden mit Hilfe eines Mutterkompasses im Vergleich zum
bordseigenen Kompass erstellt.
Als Inklination wird die Neigung der Nadel bezeichnet. Da sich die Nadel
parallel zu dem Magnetfeld ausrichtet, dieses aber nicht immer parallel zur Erdoberfläche(besonders an den Polen)verläuft, kann
die Nadel etwas "kippen". Bei der Navigation spielt die Inklination aber
keine Rolle.
Beim Schiffskompass ist die Skala mit der Gradeinteilung (Kompassrose), entweder kardanisch aufgehängt oder schwimmt auf einer Flüssigkeit, sodass
sie trotz der durch den Seegang verursachten Schiffsbewegungen immer waagerecht liegt. Die Kompassrose dreht sich dabei als
ganzes, die Richtung wird an einer feststehenden Markierung abgelesen. Im Gegensatz dazu ist bei Kompassen, die an Land verwendet
werden, die Kompassrose unbeweglich und nur die Kompassnadel dreht sich.
Genau genommen dreht sich immer das Kompassgehäuse, und die Kompassnadel / -rose bleibt fest auf Norden augerichtet.
Marschkompass F73 vom VEB Freiberger Präzisionsmechanik
Historie
Der Kompass wurde schon vor über 2000 Jahren in China erfunden. Damals bestand der
Kompass aus einem Stück Magneteisenstein, der an einem Faden
aufgehängt war und Südweiser genannt wurde. Nach Europa gelangte der Kompass über die Araber erst 1190.
Vor der Einführung des Kompasses orientierten sich die Seefahrer an Himmelskörpern, an Landmarken und an der Tiefe der See mittels Messung mit dem Lot.
Weiterentwicklungen
Ein Fluxgate ist ein elektronischer Kompass, der mittels dreier Spulen und einer Edelstahlkugel die Ausrichtung zu den Erdmagnetfeldlinien
ermittelt
Weitere Geräte zur Bestimmung der Himmelsrichtung, jedoch mit
anderem Funktionsprinzip, sind der Kreiselkompass und der Elektronenkompass.
Anvisieren eines Objektes mit einem Kompass
Siehe auch: Geologenkompass
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