| kompakter Raum |
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berührt die Spezialgebiete
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ist Spezialfall von
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- topologischer Raum
- parakompakter Raum
- Lindelöf-Raum
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umfasst als Spezialfälle
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Kompaktheit ist eine rein topologische Eigenschaft, die einem topologischen Raum zukommt oder nicht, und die in vielen mathematischen Aussagen vorausgesetzt wird -
oft auch in abgeschwächter Form als Lindelöf-Eigenschaft oder Parakompaktheit. Lokale Kompaktheit ist dagegen eine weder über-, noch untergeordnete Bedingung.
Eine kompakte Menge nennt man je nach Kontext auch Kompaktum oder kompakter Raum; dabei ist
nicht erheblich, ob sie Teilmenge eines Oberraums ist oder nicht.
Einfache Beispiele für kompakte Mengen sind abgeschlossene und beschränkte
Teilmengen des Euklidischen Raums
Rn wie das Intervall [0,1] (mit n=1) oder dessen Verallgemeinerung, der n-dimensionale
Hyperwürfel [0,1]n. Einfache Gegenbeispiele bilden
die nicht kompakten Mengen [0,?) oder [0,1).
Der Begriff Beschränktheit setzt jedoch eine Metrik voraus. Kompaktheit kann man dagegen in einer abstrakteren Weise
definieren, die nicht mehr als eine beliebige Topologie voraussetzt.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Definition
2 Beispiele
3 Eigenschaften
4 Andere Formen von Kompaktheit
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Definition
Eine Teilmenge M eines topologischen Raums
E heißt kompakt, wenn aus jeder vorgegebenen offenen Überdeckung eine endliche
Teilüberdeckung ausgewählt werden kann.
Dabei bedeutet:
- offene Überdeckung von M: eine Familie
von offenen Mengen , deren Vereinigung M enthält,
-

- endliche Teilüberdeckung: eine Auswahl
, deren Vereinigung immer noch M enthält.
Bemerkungen:
- Nichttrivial ist an dieser Definition allein die Forderung, dass die Teilüberdeckung endlich sein muss. Darin liegt
zugleich eine wesentliche Motivation für die Einführung des Begriffs Kompaktheit: kompakte Räume verhalten sich in mancher
Hinsicht wie endliche Mengen.
- Ein topologischer Raum M, der kompakt in sich selbst ist (M als kompakte Teilmenge von M), ist
auch kompakt in jedem Oberraum von M. Umgekehrt ist jede kompakte Teilmenge auch kompakt in sich selbst. Das
rechtfertigt es, wie in der Einleitung vorweggenommen, eine kompakte Menge M ohne Bezug auf einen Oberraum als
kompakten Raum zu bezeichnen.
- Einige Autoren verwenden für die hier definierte Eigenschaft den Begriff "quasikompakt" und reservieren den Begriff "kompakt"
für kompakte Hausdorff-Räume; in der Wikipädie aber folgen wir der
üblichen Praxis, dass kompakte Räume nicht zwingend Hausdorff-Räume sind.
Beispiele
Die folgenden Räume sind kompakt:
- Das geschlossene Einheits-Intervall [0,1]
(jedoch nicht das halboffene Intervall [0,1)).
- Die n-Kugel, für alle natürlichen Zahlen n.
- Die Cantor-Menge (und die p-adischen Zahlen, welche homöomorph zur Cantor-Menge sind).
- Jeder beliebige endliche topologische Raum.
- Betrachte die Menge 2N aller Folgen mit Werten aus {0,1}. Man kann sie in einen metrischen Raum verwandeln, indem man d((xn),(yn)) =
1/k definiert, wobei k der kleinste Index ist, so dass xk ? yk (falls
es keinen solchen Index gibt, so sind die beiden Folgen identisch und man definiert ihren Abstand als Null). Dann ist
2N ein kompakter Raum, ein Folgerung aus dem Satz von Tychonoff (siehe unten ). Diese Konstruktion
kann für jede endliche Menge durchgeführt werden, nicht nur für {0,1}. Der entstehende metrische Raum ist dabei sogar ultrametrisch.
- Das Spektrum eines beliebigen stetigen
linearen Operators auf einem Hilbertraum ist eine kompakte Teilmenge von C.
- Das Spektrum eines beliebigen kommutativen Ringes oder einer booleschen Algebra.
- Der Hilbert
Würfel.
Die folgenden Räume sind nicht kompakt:
- das halboffene Intervall [0,1).
- R selbst.
- Jedes echte Intervall (also mit mehr als einem Punkt) in Q.
Eigenschaften
Einige Sätze beziehen sich auf Kompaktheit (siehe Topologie-Glossar für Definitionen):
- Das Bild einer kompakten Menge unter einer stetigen Funktion ist kompakt. Folglich nimmt eine stetige Funktion auf einem Kompaktum ein globales Minimum und ein globales Maximum an.
- Jede unendliche Folge
von Elementen einer kompakten Menge besitzt einen Häufungspunkt. Schärfer: Es existiert eine in K konvergente
Teilfolge . (Satz von Bolzano-Weierstraß)
Die Umkehrung gilt jedoch nicht in jedem topologischen Raum, das heißt eine Teilmenge, in der jede Folge eine (in der Teilmenge)
konvergente Teilfolge hat (eine solche Teilmenge heißt folgenkompakt, siehe unten), muss nicht kompakt sein. (Ein
Beispiel bildet die Menge der abzählbaren Ordinalzahlen mit der
Ordnungstopologie??)
- Eine abgeschlossene Teilmenge eines kompakten Raumes ist kompakt.
- Eine kompakte Teilmenge eines Hausdorff-Raumes ist
abgeschlossen.
- Eine nicht-leere kompakte Teilmenge der reellen Zahlen hat ein
größtes und ein kleinstes Element (siehe auch Supremum).
- Für jede Teilmenge M des euklidischen Raumes
Rn sind die folgenden drei Aussagen äquivalent (vergleiche Satz von Heine-Borel):
- M ist kompakt, das heißt jede offene Überdeckung von M hat eine endliche Teilüberdeckung.
- Jede Folge in der Menge M hat eine in
M konvergente Teilfolge.
- Die Menge M ist abgeschlossen und beschränkt.
- Ein metrischer Raum ist kompakt genau dann, wenn er vollständig und total beschränkt ist.
- Das Produkt einer beliebigen Klasse von kompakten Räumen ist
kompakt. (Satz von
Tychonoff -- dies ist äquivalent zum Auswahlaxiom)
- Ein kompakter Hausdorff-Raum ist normal.
- Jede stetige bijektive Abbildung von einem kompakten Raum auf einen
Hausdorff-Raum ist ein Homöomorphismus.
- Ein metrischer Raum ist kompakt genau dann, wenn jede Folge in dem Raum eine Teilfolge mit Grenzwert in dem
Raum hat.
- Ein topologischer Raum ist kompakt genau dann, wenn jedes Netz auf dem Raum ein Teilnetz hat, das einen Grenzwert in dem Raum hat.
- Ein topologischer Raum ist kompakt genau dann, wenn jeder Filter auf dem Raum eine konvergente Verfeinerung besitzt.
- Ein topologischer Raum ist kompakt genau dann, wenn jeder Ultrafilter auf
dem Raum konvergiert.
- Ein topologischer Raum kann in einen kompakten Hausdorff-Raum eingebettet werden genau dann, wenn er ein Tychonoff Raum ist.
- Jeder topologische Raum X ist ein dichter
Unterraum
eines kompakten Raumes, der höchstens einen Punkt mehr besitzt als X. (Siehe auch Kompaktifizierung.)
- Ein metrischer Raum X ist kompakt genau dann, wenn jeder zu X homöomorphe metrische Raum vollständig ist.
- Falls der metrische Raum X kompakt ist und eine offene Überdeckung von X gegeben ist, dann existiert eine
Zahl ? > 0, so dass jede Teilmenge von X mit Durchmesser < ? in einem Element der Überdeckung enthalten ist.
(Zahlen-Lemma von Lebesgue)
- Falls ein topologischer Raum eine Subbasis hat, so dass jede Überdeckung des Raumes durch Elemente der Subbasis eine endliche
Teilüberdeckung hat, so ist der Raum kompakt. (Alexanders Subbasis-Satz)
- Zwei kompakte Hausdorff-Räume X1 und X2 sind homöomorph genau dann, wenn ihre
Ringe von stetigen reell-wertigen Funktionen
C(X1) und C(X2) isomorph
sind.
Andere Formen von Kompaktheit
Es gibt einige topologische Eigenschaften, die äquivalent zur Kompaktheit in metrischen Räumen sind, aber inäquivalent in allgemeinen topologischen Räumen. Diese beinhalten die
folgenden:
- Folgenkompakt: Jede Folge hat eine konvergente
Teilfolge.
- Abzählbar kompakt: Jede abzählbare offene Abdeckung hat eine endliche Unterabdeckung. (Oder, äquivalent, jede unendliche
Teilmenge hat einen ?-Häufungspunkt.)
- Pseudokompakt: Jede reell-wertige stetige Funktion auf dem Raum ist beschränkt.
- Schwach abzählbar kompakt: Jede unendliche Teilmenge hat einen Häufungspunkt.
Während diese Konzepte für metrische Räume äquivalent sind, gibt es im Allgemeinen folgende Beziehungen:
- Kompakte Räume sind abzählbar kompakt.
- Folgenkompakte Räume sind abzählbar kompakt.
- Abzählbar kompakte Räume sind pseudokompakt und schwach abzählbar kompakt.
Siehe auch: Topologie-Glossar
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