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Das Kausalprinzip geht von der Annahme aus, dass bezüglich der Ereignisse der realen Welt eine Abhängigkeit derart besteht, dass ein Ereignis F von einem anderen Ereignis U abhängt. Der Charakter dieses Prinzips kann sowohl deterministisch als auch statistisch sein.
Die kausale Abhängigkeit ("U ist die Ursache von F" bzw. "F ist die Folge von U") wird wie folgt beschrieben:
- Ohne U tritt F nicht ein (Wenn kein U, dann auch kein F)
- Wenn U erfolgt, dann erfolgt immer auch F
- U erfolgt zeitlich vor F (u. U. nur geringfügig früher, aber jedenfalls früher)
In einer abgeschwächten Form kann eine der beiden Beschreibungen 1. oder 2. entfallen. So kann die kausale Aussage, "wenn es
regnet, wird die Straße nass" nicht umgedreht werden: Eine nasse Straße kann auch andere Ursachen haben, z. B. eine gebrochene
Wasserleitung.
Auch kann die Ursache U1 möglicherweise nur in Kombination mit weiteren Ursachen U2, U3 usw. die Folge F auslösen.
Die Kausalität ist eine Interpretation, keine beobachtbare Tatsache. Beobachtbar ist lediglich, dass (bisher!) immer dann,
wenn A auftrat, auch B auftrat. Beispiel: Wenn es blitzt, folgt ein Donner. Die beiden Ereignisse können in einer
Kausalbeziehung stehen (A ist die Ursache von B). Es könnte aber auch eine gemeinsame Ursache V geben, die sowohl A als auch B
verursacht. Drittens könnte es Zufall sein, daß die beiden Ereignisse A und B immer gemeinsam beobachtet werden. Viertens könnte
es sein, daß durch unterschiedliche Übermittlungsgeschwindigkeiten B eigentlich vor A stattfand und die
Ursachenbeziehung umgekehrt ist.
In einer extremen Auslegung des Kausalprinzips wird davon ausgegegangen, dass es keine spontanen (ursachelosen)
Ereignisse gibt. Diese Überlegung führt in der Religionsphilosophie zu der Frage nach dem "unbewegten Beweger" (Gott), der in der Ursachenkette am absoluten Anfang steht.
Siehe auch: Kausalität Ätialprinzip
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