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Das Karnaugh-Venn-Diagramm, kurz KV-Diagramm, dient der Überführung von logischen Funktionen
in die konjunktive oder disjunktive Normalform. Es wurde von Maurice Karnaugh und Veith entwickelt.
Wie füllt man ein KV-Diagramm aus?
Ein KV-Diagramm für n Variablen muss 2n Felder haben (siehe Beispiel). Das KV-Diagramm wird mit den Variablen an
den Rändern beschriftet. Dabei kommt jede Variable in negierter und nicht-negierter Form vor. Die Zuordnung der Variablen zu den
einzelnen Feldern kann dabei beliebig erfolgen. In den einzelnen Feldern wird dabei die Wahrheitstabelle der zu optimierenden Funktion eingetragen. Dabei können Felder mit einer Eins zu einem
Block zusammengefasst werden. Ein Block muss dabei immer eine Größe der 2er-Potenz haben. Aus den Blöcken ergibt sich die
vereinfachte Gleichung als disjunktive Normalform.
Werden hingegen alle Nullen zusammengefasst, so ergibt sich die vereinfachte Gleichung als konjunktive Normalform.
Don't-Care-Zustände
Häufig gibt es logische Funktionen mit Wahrheitstabellen, in denen nicht für jede Kombination der Eingangsvariablen ein Wert
der Ausgangsvariablen definiert sein muss. Man nennt solche Ausgangszustände Don't-Care-Terme und bezeichnet sie mit X, da sie
sowohl den Wert 1 als auch 0 annehmen würde. In KV-Diagrammen dürfen Don't-care Terme benutzen werden, um die logische Gleichung
weiter zu vereinfachen.
Ein KV-Diagramm ist ebenfalls nützlich, um Hazards festzustellen und zu
eliminieren.
Beispiel
Zu einer Lampe führen drei Schalter s1, s2 und s3. Folgende Tabelle zeigt, welche Kombination
von Schaltern die Lampe leuchten läßt, bzw. welche nicht:
| Schalter s1 |
Schalter s2 |
Schalter s3 |
|
Lampe l |
| aus |
aus |
aus |
l0 |
ein |
| aus |
aus |
ein |
l1 |
ein |
| aus |
ein |
aus |
l2 |
ein |
| aus |
ein |
ein |
l3 |
ein |
| ein |
aus |
aus |
l4 |
aus |
| ein |
aus |
ein |
l5 |
aus |
| ein |
ein |
aus |
l6 |
ein |
| ein |
ein |
ein |
l7 |
ein |
Die DNF lautet also:
Das dazugehörige KV-Diagramm sieht nun so aus:
|
1 |
0 |
0 |
1 |
= s2 |
|
0 |
0 |
1 |
1 |
= s1 |
| 0 |
|
| 1 |
| s3 |
Dem Diagramm kann man nun die zwei Viererblocks (l0, l1, l2, l3) und (l2,
l3, l6, l7) entnehmen, die im einen Fall und im anderen Fall s2 enthalten. Die optimierte Funktion lautet demnach: was bedeutet, das die Lampe l in den Fällen
leuchtet, wenn der Schalter s1 ausgeschaltet, oder der Schalter s2 eingeschaltet ist. Der Schalter
s3 hat gar keine Funktion.
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