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Eine quadratische Matrix A deren Charakteristisches Polynom vollständig in Linearfaktoren zerfällt läßt sich durch eine Ähnlichkeitstransformation auf folgende Blockdiagonalform bringen, die als Jordansche
Normalform bezeichnet wird:
Die Matrix Q ist die Matrix der Eigenvektoren, d.h. die Eigenvektoren werden spaltenweise als Matrix geschrieben, Q - 1 ist die inverse Matrix von Q, sie wird berechnet über die erweiterte Matrix und dem
Gaußschen Eliminationsverfahren.
Die Ji sind die Jordan-Blöcke. Diese haben folgende Form:
Die ?i sind dabei die Eigenwerte von A. Zu jedem Eigenwert
?i gibt es seiner geometrischen Vielfachheit entsprechend viele Jordan-Blöcke. Die Gesamtdimension
aller Jordan-Blöcke eines Eigenwertes entspricht seiner algebraischen Vielfachheit, d.h. seiner Vielfachheit im
charakteristischen Polynom.
Systeme linearer Differentialgleichungen
Die JNF ist eng verknüpft mit linearen Differentialgleichungen y'=Ay in einer Dimension n, d.h. A ist eine nxn-Matrix. Diese
hat die formale Lösung durch Potenzreihenansatz mit Anfangswert
y(0)=y0. Gilt für irgendeine Potenz m (welche nicht größer als n sein kann) Amy0 = 0, so hat das System eine polynomiale Lösung vom Grad kleiner
m. Man kann jetzt die Nullunterräume der Matrixpotenzen bestimmen, für diese gilt . Bestimmt man nun eine
dieser Schachtelfolge von Unterräumen angepasste Basis von , so erhält man die Jordan-Blöcke zum Eigenwert ?=0. Ist zum Beispiel Am+1v=0, aber Amv von
Null verschieden, so sind v,Av,...,Amv linear unabhängig und der Schachtelfolge angepasst.
Für den allgemeinen Fall macht man den Ansatz y(x)=exp(?x)u(x), es ergibt sich für u die Differentialgleichung u'=(A-?I)u.
Damit der Nullraum nichttrivial
ist, muss ? Eigenwert, d.h. Nullstelle des charakteristischen Polynoms, von A sein. Die Nullräume unterschiedlicher Eigenwerte
sind transversal zueinander, so dass eine gemeinsame, den jeweiligen Nullräumen angepasste Basis des gesamten n-dimansionalen
Raumes gefunden werden kann. Für jedes Basiselement ergibt sich eine Lösung y(x)=exp(?x)u(x) mit polynomialem u, und jede Lösung
kann aus diesen zusammengesetzt werden (Superpositionsprinzip). Nach geeignetem Sortieren der angepassten Basis und
Transformation von A in diese Basis ergibt sich die Jordan-Normalform.
Siehe auch: Diagonalmatrix
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