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In der Algebra ist ein Integritätsring oder
Integritätsbereich ein nullteilerfreier kommutativer
Ring mit 1?0. Integritätsringe sind Verallgemeinerungen der
ganzen Zahlen und bilden den allgemeinsten Rahmen für die Untersuchung von
Teilbarkeiten.
Alternativ kann man einen Integritätsring definieren als einen kommutativen Ring mit 1, in dem das Nullideal {0} ein Primideal ist, oder als einen Teilring eines Körpers.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Beispiele
2 Teilbarkeit, Primelemente,
Irreduzibilität
3 Quotientenkörper
4 Charakteristik
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Beispiele
Das bekannteste Beispiel ist der Ring Z der ganzen Zahlen.
Jeder Körper ist ein Integritätsring. Umgekehrt ist jeder artinsche Integritätsring ein Körper. Insbesondere ist jeder endliche Integritätsring ein endlicher Körper.
Ein Polynomring ist ein Integritätsring, wenn die Koeffizienten aus einem
Integritätsring stammen. Zum Beispiel ist der Ring Z[X] der Polynome
mit ganzzahligen Koeffizienten ein Integritätsring, ebenso wie der Ring R[X,Y] der Polynome in zwei Variablen
über R.
Der Ring aller reellen Zahlen der Form a+b?2 mit ganzen Zahlen a,b ist ein
Integritätsring, da er Teilring von R ist.
Ist U ein Gebiet (eine zusammenhängende
offene Teilmenge) in C, dann ist der Ring
H(U) der holomorphen Funktionen f: U ->
C ein Integritätsring.
Ist R ein kommutativer Ring und P ein Primideal in R, dann ist der Faktorring R/P ein Integritätsring.
Der Restklassenring Z/nZ ist
genau dann ein Integritätsring, wenn n eine Primzahl ist.
Teilbarkeit, Primelemente, Irreduzibilität
Sind a und b Elemente des Integritätsrings R, dann sagt man a teilt b oder a ist ein Teiler von
b oder b ist ein Vielfaches von a, wenn es ein Element x in
R gibt, so dass ax=b. Man schreibt dann a | b.
- Gilt a | b und b | c, dann folgt daraus a | c.
- Gilt a | b, dann gilt auch a | bc für jedes c aus R, insbesondere auch
a | -b.
- Gilt a | b und a | c, dann gilt auch a | b+c und a |
b-c.
Die Ringelemente, die Teiler der 1 sind, heißen Einheiten von R. Sie sind genau die invertierbaren Elemente. Einheiten teilen alle
anderen Elemente. Gilt a | b und b | a, dann heißen a und b zueinander
assoziiert. a und b sind genau dann assoziiert, wenn es eine Einheit u gibt, so dass
au=b.
Ist q keine Einheit, dann heißt q irreduzibel, falls q nicht als Produkt zweier
Nicht-Einheiten darstellbar ist.
Ist p eine Nicht-Einheit ungleich 0, dann heißt p prim (oder Primelement), falls gilt: Aus p | ab folgt p |
a oder p | b.
Ist p ein Primelement von R, dann ist das Hauptideal
(p) ein Primideal.
Jedes Primelement ist irreduzibel (für diese Aussage wird die Nullteilerfreiheit des Rings benötigt), aber nicht immer ist
jedes irreduzible Element prim (z.B. im Ring Z[?-3] sind 2, 1+?-3 und 1-?-3 irreduzibel aber nicht prim). In
faktoriellen Ringen (engl. unique factorization domain,
UFD) ist dagegen jedes irreduzible Element prim.
Der Begriff des Primelements verallgemeinert den Begriff der Primzahl.
Primzahlen werden üblicherweise als irreduzible Elemente von Z definiert, was aber nichts ausmacht, da in
Z jedes irreduzible Element prim ist.
siehe auch:
- Teilbarkeit
Quotientenkörper
Ist R ein Integritätsring, dann existiert ein kleinster Körper Quot(R), der R als Teilring enthält. Quot(R) ist bis auf Isomorphie
eindeutig bestimmt und heißt Quotientenkörper von R.
Seine Elemente haben die Form a/b mit a,b in R, b ungleich 0.
Der Quotientenkörper des Rings der ganzen Zahlen ist der Körper der
rationalen Zahlen. Der Quotientenkörper eines Körpers ist der
Körper selbst.
Charakteristik
Die Charakteristik eines
Integritätsrings ist entweder 0 oder eine Primzahl.
Ist R ein Integritätsring mit der Primzahl-Charakteristik p, dann ist die Abbildung f(x) =
xp ein injektiver Ringhomomorphismus f:R -> R und heißt
Frobenius-Homomorphismus.
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