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Die Insolubilia (lat. insolubile : unlöslich, unlösbar)
bezeichnet einen von den Logikern des Mittelalters verwendeten Ausdruck für
- 1. eine spezielle Klasse von Trugschlüssen, bei denen reflexive (reflexivae) und sich selbst widerlegende Aussagen
die Hauptrolle spielen
- 2. reflexive und sich selbst widerlegende Aussagen selbst
Eine Aussage gilt als reflexiv, falls sie für wenigstens eines ihrer extrema (d.h. ihr Subjekt oder
Prädikat) stehen konnte. Als sich selbst widerlegende Aussagen galten nach Hickmann diejenigen Aussagen, bei denen aus der
Annahme ihrer Wahrheit ihre Falschheit folgt, aber nicht notwendigerweise die Umkehrung gilt.
Statt dieser "schwachen" Definition findet man gelegentlich eine "starke", die zusätzlich zweierlei fordert:
- 1. eine Insolubilia muß sich selbst widerlegen, entsprechend der Bedingung, daß der Bereich von möglichen significata auch sie selbst einschließt
- 2. nicht allein muß die Annahme ihrer Wahrheit ihre Falschheit, sondern auch umgekehrt die Annahme ihrer Flaschheit ihre
Wahrheit implizieren.
Der unter den mittelalterlichen Logikern am meisten diskutierte Spezialfall von unlösbaren Aussagen war der "Lügner".
Diskussionen über die Insolubilia oder die Paradoxienlehre finden sich bereits im frühen 12. Jahrhundert. John von Salisbury war vermutlich einer der ersten, der das Wort Insolubilia verwendete.
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