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Imaginäre Zahl



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Imaginäre Zahl
Darstellung einer komplexen Zahl in der Gaußebene
Darstellung einer komplexen Zahl in der Gaußebene

In der Mathematik ist eine imaginäre Zahl eine Zahl, deren Quadrat eine negative reelle Zahl ist. Diese Bezeichnung wurde von René Descartes im 17. Jahrhundert geprägt und war herabwürdigend gemeint: Offensichtlich existieren solche Zahlen nicht; sie können also nur imaginär (eingebildet) sein.

Mit imaginären Zahlen lassen sich Gleichungen lösen deren Lösungen keine reellen Zahlen sein können. Die Gleichung

x2 - 1 = 0

hat zur Lösung zwei reelle Zahlen, -1 und +1.

Die Gleichung

x2 + 1 = 0

hingegen kann keine reelle Lösung haben, da dazu die Wurzel aus einer negativen rellen Zahl gezogen werden müsste, denn die Wurzel ist die Umkehrfunktion des Quadrierens - und Quadrate sind immer positiv. Ihre Lösung ist \sqrt{-1}, eine imaginäre Zahl.

Eine Beschäftigung mit Quadratwurzeln aus negativen Zahlen wurde bei der Lösung von kubischen Gleichungen im Fall des Casus irreducibilis nötig.

Heute verstehen wir imaginäre Zahlen als spezielle komplexe Zahlen. Jede komplexe Zahl kann dargestellt werden als Summe einer reellen Zahl und eines reellen Vielfachen der imaginären Einheit i, einer Zahl mit der Eigenschaft:

i2 = - 1

Die imaginäre Einheit wird oft auch als Wurzel aus -1 verstanden:

\sqrt{-1}

Alle komplexen Zahlen lassen sich in der Gaußebene darstellen, einer Erweiterung der reellen Zahlengeraden (siehe Abbildung rechts). Die komplexe Zahl a+bi hat den Realteil a und den Imaginärteil b. Aufgrund der Rechenregeln komplexer Zahlen ist das Quadrat einer Zahl, deren Realteil gleich 0 ist, eine negative reelle Zahl:

(bi)2 = -b2.

Die imaginären Zahlen bilden also eine Gerade, die durch die Zahl 0 geht und senkrecht auf der reellen Zahlengeraden steht.

In anderem, weniger präzisen Sprachgebrauch steht imaginäre Zahl jedoch für eine beliebige komplexe Zahl:

"Wissen Sie, ich gebe ja gerne zu, daß zum Beispiel diese imaginären, diese gar nicht wirklich existierenden Zahlenwerte, ha ha, gar keine kleine Nuß für einen jungen Studenten sind" (Robert Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß).

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