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Im März 2001 entdeckte Phil Carmody eine 1401-stellige Primzahl, deren binäre Darstellung dem mit Gzip komprimierten C-Quellcode des Computerprogramms DeCSS entspricht. Ein US-amerikanisches
Gericht hat jedoch für die USA die Verbreitung von DeCSS gemäß dem DMCA für illegal
erklärt. Damit könnte auch diese Primzahl selbst als eine illegale Primzahl (USA) angesehen werden. Dies wurde jedoch
bislang selbst in den USA nicht vor Gericht verhandelt. Die Zahl selbst ist natürlich nicht illegal, sondern höchstens die
Anwendung des daraus entstehenden Programms in den USA. Durch Dirichlets Theorem ist garantiert, dass es unendlich viele solcher Zahlen gibt.
Die Frage stellt sich für alle Quellcodes und binären Programme, da sich prinzipiell jede Zeichenfolge komprimieren lässt und
eine Primzahl ist oder auch nicht.
Verschiedene andere Darstellungen des DeCSS-Quellcodes benutzen Steganographie, um das Programm in anderen Elementen wie Bildern oder Tönen einzubetten.
Hintergrund
Der Protest gegen die strafrechtliche Verfolgung des DeCSS-Mitautors Jon Lech Johansen und das gesetzliche Verbot der Veröffentlichung des DeCSS-Codes in den USA nahm viele
Formen an. Eine davon war die Repräsentation des illegalen Codes in einer Form, die intrinsisch archivwürdige Qualität
hatte. Da die Bits, aus denen ein Computerprogramm besteht, auch eine Zahl repräsentieren,
wurde der Plan gefasst, den DeCSS-Code in eine Zahl zu fassen, die eine besondere Eigenschaft hatte, die sie archivierbar und
veröffentlichbar machte. Die Primalität einer Zahl ist eine fundamentale Eigenschaft, die außerhalb des durch Gesetze geregelten
Bereichs liegt.
Die große Primzahlen-Datenbank der Prime Pages [1]
(http://primes.utm.edu/) speichert die 20 größten Primzahlen verschiedener Formen; eine
von ihnen ist der Primalitätsbeweis unter Verwendung des Elliptic Curve Primality Proving-Algorithmus (ECPP). Wenn die
gefundene Zahl groß genug wäre, und mit ECPP bewiesen würde, dass sie prim ist, würde sie veröffentlicht werden.
Entdeckung
Bei der "illegalen" Primzahl nutzte man die Tatsache aus, dass das Programm gzip alle Bytes hinter einer durch Null
terminierten komprimierten Datei ignoriert. Basierend darauf wurde ein Satz möglicher Primzahlen generiert, die alle im C-Code
von DeCSS resultierten, wenn sie dekomprimiert wurden. Von diesen wurden mehrere durch das Open Source-Programm OpenPFGW als "möglicherweise prim" identifiziert, und eine von ihnen wurde vom in der
Titanix-Software implementierten ECPP-Algorithmus als prim bewiesen. Als sie entdeckt wurde, war diese 1401-stellige
Zahl die zehntgrößte Primzahl, die jemals von ECPP gefunden wurde.
Kurz danach erstellte Phil Carmody auch eine direkt "ausführbare" Primzahl, die ohne das Programm gzip funktioniert.
Weblinks
- Steganographische Galerie und Illegale Primzahlen (http://www-2.cs.cmu.edu/~dst/DeCSS/Gallery/Stego/)
- Info zur Illegalen Primzahl (http://primes.utm.edu/curios/page.php?number_id=953)
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