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In der Gruppentheorie betrachtet man spezielle Abbildungen zwischen Gruppen, die man Gruppenhomomorphismen nennt. Ein Gruppenhomomorphismus ist eine
strukturerhaltende Abbildung zwischen Gruppen, und damit ein spezieller Homomorphismus.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Definition
2 Bild und Kern
3 Beispiele
4 Verkettung von Gruppenhomomorphismen
5 Iso-, Endo-, Automorphismus
6 Homomorphismen zwischen abelschen
Gruppen
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Definition
Gegeben seien zwei Gruppen (G, *) und (H, ·). Eine Funktion f: G ? H heißt
Gruppenhomomorphismus, wenn für alle Elemente x, y von G gilt:
- f(x * y) = f(x) · f(y).
Diese Gleichung liest man meist als "Das Bild eines Produkts ist das Produkt der Bilder". Sie besagt, dass ein
Homomorphismus strukturerhaltend ist: Es ist egal, ob man erst zwei Elemente verknüpft, und das Ergebnis abbildet, oder
erst die zwei Elemente abbildet, und dann die Bilder verknüpft.
Aus dieser Definition folgt, dass ein Gruppenhomomorphismus das neutrale Element eG von G auf das neutrale Element eH
von H abbildet, und dass er Inverse auf Inverse
abbildet:
- f(eG) = eH
- ? x in G: f(x-1) = f(x)-1
Bild und Kern
Als Bild (engl. image) des Gruppenhomomorphismus f: G ? H bezeichnet man
die Menge aller Bilder von G unter f
- f(G) = bild(f) = im(f) = { f(u) : u in G },
der Kern (engl. kernel) von f ist das Urbild des neutralen Elements eH
- f -1(eH) = ker(f) = { u in G : f(u)
= eH }.
Der Kern von f ist ein Normalteiler von G und das Bild
von f ist eine Untergruppe von H.
Genau dann, wenn ker(f) = {eG} gilt (der Kern von f also nur das
neutrale Element von G enthält, das immer im Kern liegt), ist f injektiv. Ein injektiver Gruppenhomomorphismus wird auch Gruppen-Monomorphismus genannt.
Beispiele
- Betrachte die additive Gruppe (Z, +) der ganzen Zahlen
und die Faktorgruppe (Z/3Z, +) = {0, 1,
2}. Die Abbildung p: Z ? Z/3Z, p(z) = z
mod 3 = z + 3Z (siehe Kongruenz (Zahlentheorie) und Restklassenring), ist ein Gruppenhomomorphismus. Er ist surjektiv und sein Kern besteht aus der Menge 3Z aller durch 3 teilbaren ganzen Zahlen.
Dieser Homomorphismus wird kanonische Projektion genannt.
- Die Exponentialfunktion ist ein Gruppenhomomorphismus
zwischen der additiven Gruppe (R, +) der reellen Zahlen
R und der multiplikativen Gruppe (R*, ·) der reellen Zahlen ungleich 0, denn
exp(x+y) = exp(x) exp(y). Diese Abbildung ist injektiv, und sein Bild ist die Menge der
positiven reellen Zahlen.
- Die komplexe Exponentialfunktion ist ein Gruppenhomomorphismus zwischen den komplexen Zahlen C mit der Addition und den von 0 verschiedenen komplexen Zahlen mit der
Multiplikation. Dieser Homomorphismus ist surjektiv und sein Kern ist ker(exp) = { 2?ki : k in
Z }, wie man z.B. aus der Eulerschen
Identität entnehmen kann.
- Sind G und H beliebige Gruppen, dann ist die Abbildung h: G ? H, die jedes
Element auf das neutrale Element von H abbildet, ein Gruppenhomomorphismus. Sein Kern ist ganz G.
- Für jede Gruppe G ist die identische Abbildung
id: G ? G, id(x) = x, ein bijektiver Gruppenhomomorphismus.
Verkettung von Gruppenhomomorphismen
Sind h: G ? H und k: H ? K zwei Gruppenhomomorphismen, dann ist ihre
Komposition k o h: G
? K ebenfalls ein Gruppenhomomorphismus.
Die Klasse aller Gruppen bildet also mit den
Gruppenhomomorphismen eine Kategorie.
Iso-, Endo-, Automorphismus
Ist ein Gruppenhomomorphismus h: G ? H bijektiv, dann ist auch seine Umkehrfunktion ein
Gruppenhomomorphismus, und h heißt dann Gruppenisomorphismus (siehe Isomorphismus), die Gruppen G und H heißen dann zueinander isomorph:
Sie unterscheiden sich nur in der Bezeichnung ihrer Elemente und stimmen für fast alle Zwecke überein.
Ist h: G ? G ein Gruppenhomomorphismus einer Gruppe in sich selbst, dann heißt er Endomorphismus. Ist er darüberhinaus bijektiv, dann heißt er
Automorphismus. Die Menge aller Endomorphismen von
G bildet mit der Komposition einen
Monoid. Die Menge aller Automorphismen einer Gruppe G bildet mit der
Komposition eine Gruppe, die Automorphismengruppe Aut(G) von G.
Die Automorphismengruppe von (Z, +) enthält nur zwei Elemente: Die Identität und die Multiplikation mit -1;
sie ist also isomorph zur zyklischen Gruppe
C2.
In der additiven Gruppe von Q ist jede lineare
Abbildung f(x) = mx mit m ? 0 ein Automorphismus, es gibt jedoch noch viele andere.
Homomorphismen zwischen abelschen Gruppen
Sind G und H abelsche (d.h. kommutative)
Gruppen, dann bildet die Menge Hom(G, H) aller Gruppenhomomorphismen von G nach H selbst eine
Gruppe, mit der "punktweisen Addition":
- (h + k)(x) := h(x) + k(x) für alle x in
G
Die Kommutativität von H benötigt man, damit h
+ k wieder ein Gruppenhomomorphismus ist.
Die Menge der Endomorphismen einer abelschen Gruppe G bildet mit der Addition eine Gruppe, die als End(G)
bezeichnet wird.
Die Addition von Homomorphismen ist in folgendem Sinne verträglich mit der Komposition: Sind f in Hom(K,
G), h, k in Hom(G, H), g in Hom(H, L), dann gilt
- (h + k) o f = (h o f) + (k o f) und
g o (h + k) = (g o h) + (g o k).
Dies zeigt, dass die Endomorphismengruppe End(G) einer abelschen Gruppe sogar einen Ring bildet, den Endomorphismenring von
G.
Zum Beispiel ist der Endomorphismenring der Kleinschen
Vierergruppe isomorph zum Ring der 2×2-Matrizen über
dem Restklassenkörper Z/2Z.
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