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Die Graphentheorie ist ein Teilgebiet der Mathematik, das
die Eigenschaften von Graphen und ihre Beziehungen
zueinander untersucht.
Dadurch, dass einerseits viele algorithmische Probleme auf Graphen zurückgeführt werden können und andererseits die Lösung
graphentheoretischer Probleme oft auf Algorithmen basiert, ist die
Graphentheorie auch in der Informatik, insbesondere der Komplexitätstheorie, von großer Bedeutung. Die Untersuchung von
Graphen ist auch Inhalt der Netzwerktheorie.
Auf den ersten Blick scheint die Graphentheorie eher eine abstrakte und realitätsferne Disziplin der Mathematik zu sein.
Tatsächlich lassen sich aber sehr viele Alltagsprobleme mit Hilfe von Graphen modellieren.
Einen Überblick über die in der Wikipedia verfügbaren graphentheoretischen Artikel liefert das Portal Graphentheorie.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Betrachteter Gegenstand
2 Grundlegende Begriffe und Probleme
3 Geschichte
4 Anwendungen
5 Visualisierung
6 Weblinks
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Betrachteter Gegenstand
In der Graphentheorie ist ein Graph eine Menge von Punkten (man nennt diese dann Knoten oder auch Ecken), die
eventuell durch Linien (sog. Kanten bzw. Bögen) miteinander verbunden sind. Die Form der Punkte und Linien spielt in der
Graphentheorie keine Rolle.
Man unterscheidet dabei zwischen:
- endlichen Graphen, bei denen die Menge der Knoten und Kanten endlich ist und unendlichen Graphen, auf die
dies nicht zutrifft sowie
- gerichteten Graphen, bei denen die Kanten gerichtet sein können (dargestellt durch Pfeile statt Linien) und
ungerichteten Graphen.
Kompliziertere Graphentypen sind:
- Multigraphen, bei denen im Gegensatz zu einfachen Graphen Kanten zwischen den Knoten mehrfach vorkommen dürfen
und
- Hypergraphen, bei denen im Gegensatz zu einfachen Graphen Kanten mehr als nur zwei Knoten verbinden können.
Je nach Problemstellung können Knoten und Kanten auch mit Farben (formal mit natürlichen Zahlen) oder Gewichten (d. h. rationalen oder reellen Zahlen) versehen werden. Man
spricht dann von knoten- bzw. kantengefärbten oder -gewichteten Graphen.
Exakte Definitionen der verschiedenen Graphentypen findet man im Artikel Typen von Graphen in der
Graphentheorie.
Grundlegende Begriffe und Probleme
Die Graphentheorie definiert eine Vielzahl von grundlegenden Begriffen, deren Kenntnis zum Verständnis von wissenschaftlichen
Abhandlungen unbedingt vonnöten ist. Glücklicherweise sind die Begriffe in der Mehrheit sehr intuitiv bezeichnet, so dass man
diese schnell erlernen kann und nur gelegentlich die genaue Definition nachschlagen muss. Vor der Lektüre weitergehender
graphentheoretischer Artikel empfiehlt sich daher insbesondere das Lesen der folgenden Artikel:
- Typen von Graphen in
der Graphentheorie
- Nachbarschaft und Grad in
Graphen
- Wege, Pfade,
Zyklen und Kreise in Graphen
- Wälder und
Bäume in der Graphentheorie
Weitere grundlegende Begriffe findet man in:
- Repräsentation von
Graphen im Computer
- Isomorphie von Graphen
- Operationen auf Graphen
- Teilgraphen und Minoren
Graphen können verschiedene Eigenschaften haben. So kann ein Graph zusammenhängend, bipartit, planar, eulersch
oder hamiltonisch sein. Es kann nach der Existenz spezieller
Teilgraphen gefragt werden oder bestimmte Parameter untersucht werden, wie zum
Beispiel Knotenzahl, Kantenzahl, Minimalgrad, Maximalgrad, Taillenweite, Durchmesser, Knotenzusammenhangszahl, Kantenzusammenhangszahl, chromatische
Zahl, Stabilitätszahl oder Cliquenzahl.
Die verschiedenen Eigenschaften können zueinander in Beziehung stehen. Die Beziehungen zu untersuchen ist eine Aufgabe der
Graphentheorie. Beispielsweise ist die Knotenzusammenhangszahl immer kleiner als die Kantenzusammenhangszahl, welche wiederum
immer kleiner als der Minimalgrad des betrachteten Graphen ist. In ebenen Graphen ist die Färbungszahl immer kleiner als 5. Diese Aussage ist auch als der
Vier-Farben-Satz bekannt.
Einige der aufgezählten Grapheneigenschaften sind relativ leicht algorithmisch bestimmbar, d. h. die entsprechenden
Algorithmen benötigen in Abhängigkeit der Größe der Graphen nur wenig Zeit, um die Grapheneigenschaft zu berechnen. Andere
Eigenschaften sind praktisch auch mit Computer unlösbar.
Die wichtigsten Probleme und Ergebnisse der Graphentheorie werden in folgenden Artikeln dargestellt:
- Paarungen in Graphen
- Zusammenhang von Graphen
- Flüsse und Schnitte in
Netzwerken
- Färbung von Graphen
- Durchlaufbarkeit von Graphen
- Eulerkreis-Problem
- Hamiltonkreis-Problem
- Problem des Handlungsreisenden
- Cliquen und stabile Mengen
Geschichte
Die Anfänge der Graphentheorie gehen bis in das Jahr 1736 zurück. Damals publizierte
Leonhard Euler eine Lösung für das Königsberger Brückenproblem. Die Frage war,
ob es einen Rundgang durch die Stadt Königsberg ? heute Kaliningrad ? gibt,
der jede der sieben Brücken über den Fluss Pregel genau einmal benutzt. Euler konnte
für dieses Problem eine notwendige Bedingung angeben, und so die Existenz eines solchen Rundganges verneinen. Eine hinreichende
Bedingung, sowie einen effizienten Algorithmus, der in einem Graphen einen solchen Rundgang finden kann, wurde erst 1873 von Hierholzer angegeben.
Anwendungen
Wie oben erläutert können mit Hilfe von Graphen viele Probleme modelliert werden. So lässt sich die Aufgabe eine kürzeste
Route zwischen zwei Orten zu finden dadurch lösen, in dem man das Straßennetz geeignet als kantengewichteten Graphen modelliert und in diesem mit Hilfe
des Algorithmus von Dijkstra effizient einen
kürzesten Weg berechnet.
Bekannt ist auch das Problem die Länder einer Landkarte mit möglichst wenig Farben so zu färben, dass aneinander angrenzende
Länder nicht die selbe Farbe erhalten. Hier wird die Landkarte ebenfalls in einen Graphen übersetzt und dann versucht mit einem
Algorithmus dieses Problem zu lösen. Allerdings weiß man heute, dass dieses Problem auch mit Computern kaum zu lösen ist und es
wird vermutet, dass keine effizienten Algorithmen existieren, die dieses Problem exakt lösen.
Stundenplanprobleme lassen sich über die Färbung von Graphen formulieren.
Visualisierung
Im Bereich der Computergraphik ist die Visualisierung von Graphen eine Herausforderung. Besonders komplexe Netze werden erst
durch ausgefeilte Autolayout-Algorithmen übersichtlich.
Weblinks
- Graph Theory Resources (http://www.cs.columbia.edu/~sanders/graphtheory/), eine Datenbank von Personen und Themen aus der
graphentheoretischen Forschung
- GraphViz - Graph Drawing Tools
(http://www.graphviz.org), ein Open Source-Tool welches es ermöglicht Graphen mittels
einer einfach Sprache darzustellen. Daraus können dann u.a. VRML, SVG, PNG oder GIF-Dateien erstellt werden.
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