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Gottfried Wilhelm Leibniz



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Gottfried Wilhelm Leibniz
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Gottfried Wilhelm Leibniz

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (* 1. Juli 1646 in Leipzig; ? 14. November 1716 in Hannover) war ein deutscher Philosoph und Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomat, Rechtsgelehrter, Physiker, Historiker und Doktor des weltlichen und des Kirchenrechts. Er gilt als der universalste Geist des 17. Jahrhunderts. Leibniz wurde als Sohn des Professors der Moral Friedrich Leibniz und einer Professorentochter geboren und war der erste Bürgerliche Deutschlands, dem ein Denkmal gesetzt wurde. Dieses wurde im Jahre 1787 in Hannover eingeweiht und steht nach einem Umzug heute im Georgengarten in einem idyllischen englischen Garten.

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
2 Wissenschaftliche Erkenntnisse
3 Werke
4 Literatur
5 Weblinks

 

Leben

Gottfried Wilhelm Frhr. von Leibniz
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Gottfried Wilhelm Frhr. von Leibniz

Leibniz promovierte 1666 in Altdorf, arbeitete ab 1676 in Hannover. Er war Mitglied der Royal Society und erster Präsident der Berliner Akademie. Im Nebenberuf wirkte er als Bibliothekar der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Unabhängig von Isaac Newton formulierte er die Infinitesimalrechnung (Differentialrechnung, Integralrechnung) (und von ihm stammt auch die immer noch gebräuchliche Notation df/dx). Leibniz entwickelte auch die Dyadik (Dualsystem) mit den Ziffern 0 und 1 (Dualzahlen), welche für die moderne Computertechnik von grundlegender Bedeutung ist.

Sein philosophischer Beitrag zur Metaphysik basiert auf der "Monadologie" (1714). Eine Monade - der zentrale Begriff der Leibnizschen Welterklärung - ist eine einfache nicht ausgedehnte und daher unteilbare Substanz, die äußeren mechanischen Einwirkungen unzugänglich ist. Das gesamte Universum bildet sich in den von den Monaden spontan gebildeten Wahrnehmungen (Perzeptionen) ab. Sie sind eine Art spirituelle Atome, ewig, unzerlegbar, einzigartig. Die Idee der Monade löst das Problem der Wechselwirkung von Geist und Materie, welches dem System Rene Descartes' entspringt. Ebenso löst sie das Problem der Vereinzelung, welches im System Baruch Spinozas problematisch erscheint. Dort werden einzelne Lebewesen als bloß zufällige Veränderungen der einzigen Substanz beschrieben. Ein Beispiel: Eine Substanz kann ohne Denken existieren, aber das Denken nicht ohne Substanz

Auch das Problem der "Essai de Theodizee" (1710) erscheint bei Leibniz gelöst. Die bestehende Welt ist die beste aller möglichen, sie besitzt einen maximalen Reichtum von Momenten und in diesem Sinne die größtmögliche Mannigfaltigkeit. Der berühmte Satz von der "besten aller möglichen Welten" ist oft mißverstanden worden, unter anderem hat ihm Voltaire mit dem Candide einen ganzen Spottroman gewidmet. Die Idee der "besten aller möglichen Welten" soll nicht in naiver Weise tatsächliches und großes Übel in der Welt leugnen oder schönreden. Vielmehr wird von Leibniz auf einen (in seinen Augen notwendigen) Zusammenhang zwischen Gutem und Übeln hingewiesen. Es gibt Gutes, das nur zum Preis der Existenz von Übel zu haben ist. Die wirkliche Welt ist die beste u.a. in dem Sinne, dass das Gute in ihr auch von Gott nicht mit einem geringen Maß an Übel verwirklicht werden kann. Außerdem ist die "beste aller möglichen Welten" dynamisch gedacht: Nicht der derzeitige Zustand der Welt ist der bestmögliche, sondern die Welt mit ihrem Entwicklungspotential ist die beste aller möglichen Welten. Gerade dieses Entwicklungspotential ermöglicht es, den derzeitigen Zustand zu verbessern, nicht hin auf einen utopischen Endpunkt, sondern immer weiter, in einem nicht endenden Prozess der ständigen sich überbietenden Entwicklung.

In seiner Begriffslehre geht Leibniz davon aus, dass sich alle Begriffe auf einfache, atomare Konzepte zurückführen lassen. Er beschäftigte sich damit, wie man diesen Konzepten Zeichen zuordnen könnte und so dann wiederum alle Begriffe ableiten könnte. So ließe sich eine ideale Sprache aufbauen. Russell und Wittgenstein haben diese Vorstellung aufgegriffen.

Auch viele bedeutende Erfindungen stammen von Leibniz, z.B. eine Rechenmaschine sowie Erfindungen zur Nutzung des Windes bei der Grubenentwässerung im Harzbergbau.

Leibniz war einer der wichtigsten interdisziplinären Gelehrten seiner Epoche. Ein großer Teil seines Wirkens ist in Briefen dokumentiert. Aus der Zeit zwischen 1663 und 1716 sind über 20000 Briefe an Leibniz überliefert, die er von rund 1100 Korrespondenten aus 16 Ländern erhalten hat. Im Leibniz-Archiv sind rund 15000 Briefe dokumentiert.

 

Werke

  • Die beste aller möglichen Welten (1710).
  • Monadologie, Übersetzt und herausgegeben von Hartmut Hecht, Reclam Verlag, Französisch/Deutsch


Siehe auch: Universalgelehrter, prästabilierte Harmonie, Characteristica universalis, Leibniz-Kriterium, Leibniz-Reihe, Franciscus Vieta, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, Leibniz Kolleg

 

Literatur

Voltaire: Candide oder Der Optimismus, Frankfurt, ISBN 3458317112

Hirsch, Eike Christian: Der berühmte Herr Leibniz, C. H. Beck, ISBN 340645268-X

 

Weblinks

  • Leben und Werk, Online-Bibliographie und Leibniz-Gesellschaft (http://www.nlb-hannover.de/Leibniz/Leibnizarchiv/Leben_und_Werk/)
  • Sämtliche Werke in Originalsprache bei http://gallica.bnf.fr (http://gallica.bnf.fr/metacata.idq?Bgc=&Mod=&CiRestriction=(@_Auteur leibniz)&RPT=)
  • Kleine Auswahl in der Biblioteca Augustana (http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/17Jh/Leibniz/lei_intr.html)

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