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Eine Geradengleichung beschreibt in der Mathematik eine
Gerade eindeutig. Die Abbildung zeigt eine Gerade g durch zwei
gegebene Punkte P und Q in einem kartesischen Koordinatensystem. Durch zwei voneinander verschiedene Punkte lässt sich in der
euklidischen Geometrie immer genau eine Gerade
konstruieren.

In der analytischen Geometrie gibt es verschiedene
Formen der Geradengleichung, die aber alle ineinander umgewandelt werden können.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Koordinatenform
2 Zweipunkteform
3 Achsenabschnittsform
4 Parameterform (Punktrichtungsform)
5 Normalform
6 Hessesche Normalform
7 Gerade im Raum
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Koordinatenform
Die Koordinatenform folgt immer dem Schema:

m ist die Steigung der Geraden,
n ist der Achsenabschnitt auf der y-Achse, also die Verschiebung der Geraden entlang der y-Achse relativ zum
Ursprung des Koordinatensystems (für n = 0 ergibt sich eine Gerade durch den Ursprung, eine Ursprungsgerade).
x und y sind Platzhalter für die Koordinatenwerte aller Punkte, die die Geradengleichung
erfüllen und somit auf dem Graphen der Gerade liegen.

Ein Punkt P mit der x-Koordinate x hat eine y-Koordinate, die sich aus n
und m · x zusammensetzt. Die Steigung m ist die senkrechte Kathete des (blau gefärbten) Steigungsdreiecks, dessen
waagerechte Kathete
1 ist. Wird diese auf das x-fache vergrößert (gelbes Dreieck), so vergrößert sich auch die senkrechte Kathete
auf das x-fache (Strahlensatz), also m · x. Zusammen mit
dem Achsenabschnitt n folgt für die y-Koordinate:
-
,
im Beispiel:
,
Zweipunkteform
Die Steigung m der Geraden kann mit Hilfe des Differenzenquotienten folgendermaßen errechnet werden:
-
.
Nach dem Strahlensatz gilt für einen beliebigen anderen Punkt
P(x|y) zugleich
-
,
also
.

Im Beispiel wird
-
,
.
Achsenabschnittsform
Die Achsenabschnitte ax und ay ergeben sich aus den beiden
Achsenschnittpunkten Sx und Sy, die man auch Spurpunkte nennt.

ay ist identisch mit n (aus der Koordinatenform, siehe oben).
ax ergibt sich aus der Bedingung, dass an diesem Punkt (Sx) y=0 sein muss:
-
,
also
-
,
-
,
Eingesetzt in die Koordinatenform folgt:
-
.
Umstellen der Gleichung ergibt dann die Achsenabschnittsform:
.
Im Beispiel ist
.
Parameterform (Punktrichtungsform)
Es gibt auch die Möglichkeit, eine Gerade mit Hilfe der Vektorrechnung zu beschreiben.


ist der Ortsvektor eines fixen Punktes (z.B. P0),
ist der Richtungsvektor,
? ist ein Skalar und gibt
an, wie lange in diese Richtung gezählt wird.
Das Beispiel würde dann so aussehen:

? bildet hierbei die Koordinate eines affinen
Koordinatensystems auf der Geraden, d.h. die Gerade wird (mit dem Nullpunkt bei P0) mit den Werten von ? beziffert
(im Bild grün gekennzeichnet).
Normalform
Mit einem Normalenvektor , der im rechten Winkel zur Geraden steht, lässt sich die Gerade in Normalform (in anderer Notation: Normalenform)
schreiben:
-
.
oder
-
.
Darin ist c eine Konstante und das Skalarprodukt. Diese Darstellung beruht auf der Eigenschaft des Skalarproduktes,
nach dem
-
mit .
ist. Nun setzt sich der Ortsvektor eines beliebigen Punktes P(x|y) stets aus dem
Vektor parallel zur Geraden
und dem Vektor senkrecht zu
der Geraden durch Vektoraddition zusammen:
-
.

Aus den Eigenschaften der Kosinusfunktion ergibt sich, dass stets
-

und
-

ist. Da für alle Punkte der Geraden gleich
ist, ist dieses Produkt konstant. Somit ist
-
.
Im Beispiel ist
-

c ergibt sich durch Einsetzen der Koordinaten eines beliebigen Punktes, der auf der Geraden liegt, z.B. mit dem Punkt
P(4|4):
-
.
(Jeder andere Punkt der Geraden führt zum gleichen Ergebnis!) Folglich lautet die Normalform der Geraden:
.
Hessesche Normalform
Sie leitet sich aus der Normalform ab. Offenbar ist der Betrag von identisch mit dem Abstand d der Geraden vom
Ursprung. Aus
-

folgt
-
.
Division durch ergibt folglich
-
.
Daher ist
.
Im Beispiel ist , also
,
und der Ursprungsabstand der Geraden ist .
Gerade im Raum
Zur Beschreibung einer Geraden im (dreidimensionalen) Raum ist nur die Parameterform

gebräuchlich, da eine Raumgerade weder Achsenabschnitte noch einen eindeutig bestimmten Normalenvektor besitzt (zu einer
Geraden im Raum gibt es unendlich viele auf ihr senkrecht stehende Richtungen). , und sind dabei nun Vektoren
im Raum.

Siehe auch: Vektorrechnung, Parameterdarstellung
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