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Die Fourier-Transformation ist eine Integraltransformation, die eine Funktion in Sinus- und Kosinus-Bestandteile (Basisfunktionen) zerlegt, das heißt
in eine Summe von Sinus- oder Kosinusfunktionen verschiedener Frequenz, Phase und Amplitude.
Der Begriff Fourier-Transformation umfasst allgemein eine Reihe sehr ähnlicher Transformationen, auf die weiter unten
eingegangen wird. Sehr oft wird er aber auch speziell für die kontinuierliche Fourier-Transformation verwendet.
Die Fourier-Transformation ist von außerordentlicher praktischer Bedeutung in vielen Wissenschaften, Anwendungen reichen von
der Physik (Akustik, Optik) über viele Teilgebiete der Mathematik (Zahlentheorie, Statistik,
Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitstheorie), die Signalverarbeitung und Kryptographie bis zu Ozeanographie und Wirtschaftswissenschaften. Je nach Anwendungszweig
erfährt die Zerlegung vielerlei Interpretationen. In der Akustik ist sie beispielsweise eine Frequenz-Transformation eines Tons in Oberschwingungen.
Die Fourier-Transformation wurde von dem französischen Mathematiker Jean Baptiste Joseph Fourier 1822 in seiner Théorie analytique de la chaleur entwickelt.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Kurz und bündig
2 Varianten der Fourier-Transformation
3 Mathematische Herleitung
3.1 Mathematische Grundlagen
3.2 Fourier-Reihe
3.3 Konvergenz der Fourier-Reihe
3.4 Aperiodische Vorgänge
4 Differentialgleichungen
5 Verallgemeinerung
5.1 Allgemeine Betrachtung
5.2 Fouriertransformation als Beispiel
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Kurz und bündig
Die kontinuierliche Fourier-Transformation ist definiert durch

In der Literatur findet man auch andere Definitionen, die als Vorfaktor statt nur oder 1 haben. Dies hängt von den jeweils verwandten
Normierungskonventionen ab. Die hier
verwendete Variante hat nicht nur den ästetischen Vorteil, dass der Vorfaktor bei Hin- und Rücktransformation gleich ist, sondern
ist essentiell für die Bedingung: . Diese Bedingung
ist z.B. in der Physik wichtig für die Energieerhaltung durch die Fourier-Transformation.
Die Rücktransformation (Fouriersynthese) lautet analog dazu:

Varianten der Fourier-Transformation
Die verschieden Begriffe in diesem Zusammenhang werden leider in der Literatur nicht einheitlich gebraucht und es existieren
mehrere Namen für den gleichen Vorgang. So nutzt man Fourier-Transformation sehr oft als Synonym der kontinuierlichen
Fourier-Transformation, und Fourier-Analyse meint oft die Zerlegung in eine Fourier-Reihe, manchmal aber auch die kontinuierliche
Transformation.
Je nach den Eigenschaften der zu untersuchenden Funktion gibt es im wesentlichen drei Varianten (aufgrund der oben genannten
Unschärfe der Begriffe erhebt die Liste keinen Anspruch auf vollständige Richtigkeit):
- Eine in einem endlichen Intervall periodische Funktion kann in eine Fourier-Reihe zerlegt werden.
- Ein Vorgang, der unperiodisch bis ins Unendliche reicht, erfordert die kontinuierliche Fourier-Transformation (auch Fourier-Integral).
- Sind von einem (unperiodischen) Vorgang nur diskrete Werte für ein endliches
Intervall bekannt, wird die diskrete
Fourier-Transformation angewendet. Ein Beispiel ist ein digitalisiertes Musikstück auf einer CD, auf der pro Sekunde 44100 diskrete Messwerte gespeichert sind.
Man erhält bei allen Transformationen ein Frequenzspektrum, das je nach Variante diskret (unendlich scharfe Linien) oder
kontinuierlich ist:
| Variante |
Definitionsmenge von f |
Periodizität von f |
Frequenzspektrum |
| Fourier-Reihe |
kontinuierliches Intervall |
periodisch |
diskret |
| Kontinuierliche Fourier-Transformation |
kontinuierlich |
aperiodisch |
kontinuierlich |
| Diskrete Fourier-Transformation |
diskret, endlich |
periodisch |
diskret, endlich |
Zur Berechnung der diskreten Fouriertransformation wird oft die Fast-Fourier-Transformation (FFT) verwendet, ein Algorithmus bei dem die Anzahl der
Rechenschritte zur Berechnung der Fourierkoeffizienten wesentlich kleiner ist als bei einer direkten Implementation der
Integration.
Wegen der Bedeutung der Fouriertransformation in der Signalverarbeitung sind Signalprozessoren besonders gut angepasst an die Berechnung der Fouriertransformation.
Mathematische Herleitung
(Dieser Abschnitt setzt, über die Schulmathematik hinaus, nur Kenntnisse im Rechnen mit komplexen Zahlen sowie die Euler-Formel voraus.)
Mathematische Grundlagen
Gegeben sei zunächst eine beliebige von der Zeit t abhängige Funktion bzw. ein beliebiger
Vorgang f(t), der sich nach einer Zeit T
wiederholt, also periodisch ist. Fourier
konnte in seiner Arbeit zeigen, dass sich f aus harmonischen Schwingungen, also Sinus- oder
Kosinusfunktionen verschiedener Phase und Amplitude und genau definierter Frequenz (siehe unten) zusammensetzen lässt, also
f wird in eine Reihe
zerlegt; an und sind dabei Folgen, und für die Kreisfrequenz gilt .
Die Schwingungen haben die Kreisfrequenz n?, also die Frequenz n? / 2?. Damit hat die erste Schwingung (Grundschwingung) die Frequenz 1/T, die nächsten 2/T, 3/T, ...
Weil ein Sinus nur ein phasenverschobener Kosinus ist, treten in der Reihendarstellung nur Kosinus-Funktionen auf, die Phase
ist ja noch offen. Als nächster Schritt soll die Reihe aber komplex
geschrieben werden. Es sind dann komplexe Argumente erlaubt, und die Reihe wird komplexwertig. Sofern reelle Funktionen betrachtet werden, kann ja wieder der Realteil des Ergebnisses
genommen werden. Aus der Euler-Formel folgt
und damit

Im letzten Schritt wurde die Phasenverschiebung in die nun komplexe Amplitude hineingezogen.
Fourier-Reihe
Bisher ist nur eine Reihe definiert - die Amplituden sind noch unbestimmt, und auch das Gleichheitszeichen zu f(t) ist noch nicht begründet.
Zur Bestimmung der Amplitudenfolge wird die obige Gleichung mit e -
im?t multipliziert und sodann auf beiden Seiten über dem Intervall [0,T], der Periode,
integriert. Mit Umformungen erreicht man folgenden Aussage:

und für das n-te Integral auf der rechten Seite gilt: Im letzten Schritt
wurde die weiter oben eingeführte Beziehung genutzt.
Es sei k=n-m. Für den letzten Term gilt

es bleibt von der Reihe nur der Summand für n=m, für den nach der Regel von L'Hôpital gilt:

Glücklicherweise vereinfacht sich die Gleichung also entscheidend, und man erhält für die gesuchte Amplitudenfunktion


womit die Fourier-Reihe eindeutig bestimmt ist.
Konvergenz der Fourier-Reihe
Eine so definierte Reihe ist sicher schön, aber nutzlos, wenn sie nicht gegen die ursprüngliche Funktion konvergiert.
Tatsächlich konvergiert sie für sehr viele Funktionen, unter anderem konvergieren alle differenzierbaren Funktionen oder alle quadratintegrierbaren Funktionen. Damit sei im Rahmen dieses Artikels das Gleichheitszeichen ganz am
Anfang gerechtfertigt.
Wir können also zusammenfassen:

Aperiodische Vorgänge
Voraussetzung für die hergeleitete Fourier-Reihe ist die Periodizität von f(t) über
dem Zeitintervall T. Selbstverständlich gibt es auch Funktionen, die bis ins Unendliche nicht
periodisch sind, d.h., für die T gegen Unendlich geht. Wie schon gezeigt haben die
Oberschwingungen die Frequenz n / T für die n-te
Oberschwingung. Die Differenz den n-ten Oberfrequenz von der vorherigen ist n / T - (n - 1) / T = 1 / T, d.h. die Oberfrequenzen haben den Abstand
1/T. Für T gegen Unendlich rücken sie infinitesimal eng
zusammen - und eine Summe über solche kleinen Stück ist genau die Definition des Riemann-Integrals. Die Summe wird im Grenzfall zum Integral.
Das Fourier-Integral, die kontinuierliche Fourier-Transformation, ist also gegeben durch

mit

Aus der Folge an ist nun das kontinuierliche Spektrum a(?) geworden. Man bezeichnet genau genommen die zweite Transformation als Fourier-Transformation, die
erste, deren inverse, ist die Fourier-Synthese.
Die zweite Gleichung kann analog wie für die Reihe hergeleitet werden.
Differentialgleichungen
Die Fouriertransformation wird oft eingesetzt, um mit Differentialgleichungen einfacher zu rechnen. Denn die einx bzw. die sinnx,cosnx sind Eigenfunktionen der Differentiation, und die Transformation wandelt lineare Differentialgleichungen mit
konstanten Koeffizienten in normale algebraische Gleichungen um. (So ist zum Beispiel in einem linearen zeitinvarianten
physikalischen System die Frequenz eine Erhaltungsgröße, und das Verhalten kann für
jede Frequenz einzeln gelöst werden.)
Verallgemeinerung
(Der folgende Abschnitt setzt Kenntnisse in linearer Algebra
voraus.)
Allgemeine Betrachtung
Als verallgemeinerte Fouriertransformation wird jede Zerlegung einer Funktion in ein System von
Basisfunktionen bezeichnet. Solche Zerlegungen finden u.a. im Apparat der Quantenmechanik eine wichtige Anwendung. Durch die folgende abstrakte Betrachtung gewinnt man wichtige
Einsichten in die eigentliche Bedeutung der Fouriertransformation, die elementare Herleitung der vorangegangenen Abschnitts
erscheint in einem neuen Licht.
Man betrachte die zu transformierenden Funktionen (wie oben zunächst Funktionen mit der Periodizität T) als Elemente eines
Vektorraums. Dass die Vektorraumaxiome erfüllt sind, erkennt man schon durch hinschreiben; nun steht die ganze Macht der Theorie der
linearen Algebra zur Verfügung (wobei der betrachtete Raum von unendlicher Dimension ist).
Als geeignetes Inneres Produkt zweier Funktionen definiert man wie
üblich das Integral des Produktes der beiden über einem von der Anwendung abhängigen Intervall. Es bietet sich an, über die
Periode von 0 bis T zu integrieren:

Dabei ist das komplex konjugierte von f(t).
So wie (1,0,0), (0,1,0), (0,0,1) eine Basis des
dreidimensionalen reellen Anschauungsraumes ist, besitzt auch der Funktionenraum wie jeder Vektorraum eine Basis. Während im endlich-dimensionalen die
Basen genau die minimalen Erzeugendensysteme sind, muss bei den unendlich-dimensionalen Funktionenräumen durch ein
Funktionensystem das Kriterium der Vollständigkeit (im Sinne der
Funktionalanalysis) erfüllt sein.
Gegeben sei das vollständige Basissystem B. Man kann jede Funktion aus dem Funktionenraum als Linearkombination der Basisfunktionen bn darstellen:

Praktisch möglich ist die Bestimmung der Koeffizienten aber nur, wenn das Basissystem ein Orthogonalsystem ist, besonders einfach, wenn es ein Orthonormalsystem ist, d.h. für alle gilt
Denn wie man die Komponente eines Vektors in x-Richtung im durch

erhält - denn auch das obige Beispiel ist eine Orthonormalbasis - so erhält allgemein man den Faktor ?n, die "Komponente in Richtung" von bn,
durch
,
wenn die bn ein vollständiges Orthonormalsystem, eine Orthonormalbasis, bilden. Der Beweis ist einfach: Denn unter
Ausnutzung der Linearitätseigenschaften des Inneren Produkts erhält
man

Es sei angemerkt, dass der Vergleich mit dem R3 hier eher pädagogischer Natur
ist, denn die Beispielbasis ist genau genommen eine Hamelbasis, während die
Orthonormalbasis des untersuchten Funktionenraumes keine solche ist
- der Raum besitzt auch eine Hamelbasis, die allerdings überabzählbarer Dimension und von keinem praktischen Interesse ist. Die Orthonormalbasis hat abzählbare Dimension und sie ist vollständig, d.h. ihre lineare Hülle liegt dicht im Vektorraum, ist aber nicht notwendigerweise gleich dem Raum. Deshalb lässt sich nicht
unbedingt jedes Element des Raums durch eine endliche, wohl aber eine unendliche Summe darstellen.
Zusammenfassend gilt nach (1) und (3) für eine beliebige Funktion f aus dem Funktionenraum und für jedes vollständige
Orthonormalsystem B

Fouriertransformation als Beispiel
Den Weg zurück zur Fouriertransformation findet man, indem man zunächst die Funktionen b'n = ein?t untersucht, nach denen ja entwickelt
wird. Sie sind ein Orthogonalsystem, denn mit folgt
(Das Integral wurde schon in der elementaren Herleitung gelöst.)
Für die Norm findet man

Offenbar sind die b'n orthogonal, orthonormal sind aber erst die
. Nach der
allgemeinen Herleitung (4) gilt also für eine Funktion f(t)

was genau dem Resultat der elementaren Herleitung entspricht. Wie dort der Konvergenzbeweis, fehlt auch hier nur noch der
Beweis, dass das Basissystem für weite Funktionenklassen vollständig ist.
siehe auch: Laplace-Transformation,
Faltung
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