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Ernst Abbe



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Ernst Abbe

Ernst Karl Abbe (* 23. Januar 1840 in Eisenach, ? 14. Januar 1905 in Jena) war Astronom, Mathematiker, Physiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer.

Ernst Abbe
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Ernst Abbe

Abbe wurde früh als Begabung erkannt, ein Stipendium 1859 der Universität Göttingen ermöglichte ihm aus armen Verhältnissen in Göttingen und später in Jena zu studieren. Er belegte Mathematik, Physik, Philosophie, Politik und Soziologie. 1861 wurde er Assistent an der Sternwarte in Göttingen. 1863 ging er zurück nach Jena, wo er im Sommer 1863 habilitierte. Nach seiner Habilitation wurde er 1870 zum außerordentlichen Professor ernannt (seit 1891 von Lehramtspflichten wieder entbunden). Seit 1878 war er Direktor der Sternwarte Jena.

Seit 1866 war er mit Carl Zeiss befreundet und führte Forschungsarbeiten für Zeiss durch, später trat er in die Firma ein. Zeiss bat Abbe um eine wissenschaftliche Untersuchung zur Herstellung optischer Geräte, die vom ständigen Ausprobieren zu einer mehr industriellen Fertigung hinführen sollte. Unter anderem entstand daraus die optimierte Anpassung der Brillengläser an die Augenfehler sowie die Einführung der Dioptrien-Zahl.

Abbe löste das Problem der Farbverzerrung bei den Linsen von Mikroskop-Objektiven und entwickelte die achromatische Bauweise. Damit wurden erstmals wirklich leistungsfähige Mikroskope möglich, die in der Folgezeit die Forschungsmöglichkeiten der Biologie, insbesondere der Botanik, Cytologie, Mikrobiologie, und der Medizin drastisch verbesserten.

Zusammen mit dem Chemiker Otto Schott und Zeiss gründete Abbe die Glaswerke "Schott und Genossen" in Jena, das sich bald als Unternehmen von Weltruf etablierte.

Abbe war der führende Wissenschaftler und später Mitinhaber der Carl-Zeiss-Werke in Jena und verhalf dem Unternehmen zu Weltgeltung. Nach dem Tod von Carl Zeiss übernahm er die Leitung des Werks. Ernst Abbe war für sein soziales Gewissen berühmt. 1891 gründete er die Carl Zeiss-Stiftung, der er sein gesamtes Vermögen überschrieb.

Als Direktor der Zeiss-Werke verwirklichte Ernst Abbe, der einer Arbeiterfamilie entstammte, zahlreiche wegweisende sozialpolitische Vorstellungen. So führte er den Acht-Stunden-Tag ein, schuf Sozialwerke für die Mitarbeiter und eine Umsatzbeteiligung für alle Beschäftigten.

Die tiefgreifende Wirkung Abbes auf den Gebieten Gerätebau und Optik hat in der Tatsache ihren Niederschlag gefunden, dass sein Name mit verschiedenen Begriffen aus diesem Arbeitsfeld verbunden wurde. Am bekanntesten ist vielleicht die Abbesche Zahl. Aber auch die Abbesche Invariante, die Abbesche Sinusbedingung, das Abbesche Komparatorprinzip oder der Abbe-Komparator tragen seinen Namen. Ihm zu Ehren heißt ein Lehrgebäude für Mathematik und Physik in Jena Abbeanum. Auch ein Platz und eine Straße in Jena sind nach ihm benannt.

Ernst Abbe, Relief auf seinem Grabstein
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Ernst Abbe, Relief auf seinem Grabstein
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Werke

  • Neue Apparate zur Bestimmung des Brechungs- und Zerstreuungsvermögens fester und flüssiger Körper. Jena: 1874.
  • Verbesserungen des Mikroskops mit Hilfe neuer Arten optischen Glases. Jena: 1886.
  • Gesammelte Abhandlungen (5 Bände), Jena 1904 bis 1940, Nachdruck: Hindelsheim 1989

 

Literatur

  • N. Günther: Ernst Abbe, Stuttgart 1946, 1951
  • H. Volkmann: Carl Zeiss und Ernst Abbe. Ihr Leben und ihr Werk, München/Düsseldorf 1966
  • R. Stolz / J. Wittig (Hg): Carl Zeiss und Ernst Abbe. Leben Wirken und Bedeutung, Jena 1993

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