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Die Begriffe Eigenwert und Eigenvektor treten immer gemeinsam in der Linearen Algebra auf. Die im folgenden beschriebene mathematische
Problemstellung nennt sich spezielles Eigenwertproblem.
Eigenvektoren eines linearen Operators (etwa
durch eine Matrix dargestellt) sind Vektoren, auf welche die Anwendung des Operators
(etwa die Multiplikation mit der Matrix) ein skalares Vielfaches ihrer selbst ergeben. Obwohl der Nullvektor
diese Eigenschaft für jeden Skalar erfüllt, wird er nicht als Eigenvektor bezeichnet. Den entsprechenden Skalar nennt man
Eigenwert.
Ist A eine (n, n)-Matrix, so heißt ein
Eigenvektor der Dimension n zum Eigenwert ?, wenn gilt:

| Inhaltsverzeichnis |
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1 Berechnung der Eigenwerte
2 Berechnung der Eigenvektoren
3 Praktische Beispiele
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Berechnung der Eigenwerte
Die Eigenwerte lassen sich durch Lösung folgender Gleichung bestimmen, wobei det(M) die Determinante einer (n,n)-Matrix M und E die (n,n)-Einheitsmatrix bezeichnet:

Die Auflösung der Determinante liefert ein Polynom n-ten Grades in ?, das charakteristische Polynom (Siehe dort zur Herleitung).
Dessen Auflösung liefert die n Eigenwerte ?1, ..., ?n.
?n?n + ?n - 1?n - 1 + ... +
?1? + ?0 = 0
Gleiche Eigenwerte fasst man zusammen, so dass sich k (? n) Eigenwerte ?1, ..., ?k mit ihren
Vielfachheiten vi ergeben.(Bsp: ?1 = 1, ?2 = 1, ?3 = 2 dann besteht
eine Vielfachheit für ?1 von 2 und ?2 von 1)
Kennt man die Eigenwerte und ihre Vielfachheiten, kann man die Jordansche Normalform der Matrix erstellen.
Eigenwerte können auch komplex sein.
Zahlenbeispiel
Gegeben ist die quadratische Matrix A:

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Subtraktion der mit Lambda multiplizierten Einheitsmatrix von A:
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Ausrechnen der Determinante:
= (0 - ?)( - 1 - ?)(3 - ?) + 4 + 2 - (2? + 2 + ? + 12 - 4?)
= - ?3 + 2?2 + 4? - 8
= - (? - 2)(? - 2)(? + 2)
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Es ergeben sich die Eigenwerte:
?1 = - 2, ?2 = 2.
Der Eigenwert 2 hat algebraische Vielfachheit 2, da er doppelte Nullstelle des charakteristischen Polynoms ist.
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Berechnung der Eigenvektoren
Für einen Eigenwert ? lassen sich die Eigenvektoren aus der Gleichung

bestimmen. Die Eigenvektoren spannen einen Raum auf, dessen Dimension mit
geometrischer Vielfachheit des Eigenwertes bezeichnet wird. Für einen Eigenwert ? der geometrischen Vielfachheit v
lassen sich also Eigenvektoren e1, ..., ev finden, so dass die Menge aller Eigenvektoren zu ? gleich der
Menge der Linearkombinationen von e1, ...,
ev ist. e1, ..., ev heißt dann Basis von Eigenvektoren zum Eigenwert ?.
Die geometrische Vielfachheit ist immer kleiner oder gleich der algebraischen Vielfachheit.
Praktische Beispiele
Durch Lösung eines Eigenwertproblems berechnet man
- Eigenfrequenzen, Eigenformen und ggf. auch Dämpfungscharakteristik
eines schwingfähigen Systems,
- Knicklast eines Knickstabs,
- Beulversagen eines leeren Rohres unter Außendruck,
- Hauptspannungen in der Festigkeitslehre: Umrechnung der Spannungen in ein Kordinatensystem, in dem es keine Schubspannungen
gibt,
- Hauptträgheitsachsen eines unsymmetrischen Querschnitts, um einen Balken (Träger o.dgl.) in diesen beiden Richtungen unabhängig voneinander zu berechnen,
- vielfältige andere technische Problemstellungen, die mit der jeweils anders definierten Stabilität eines
Systems zu tun haben.
Insbesondere an deutschen Hochschulen kursiert die Anekdote, das englische eigenvector wurde auf Grund der Annahme aus dem Deutschen übernommen, dass der Eigenvektor nach Manfred Eigen benannt wurde. Dies ist aber offensichtlich falsch, da Eigen beim
ersten Auftauchen des Begriffes im Englischen noch nicht sehr bekannt war und sich auch in keiner Weise um den Eigenvektor
verdient gemacht hat.
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