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Dieser Artikel handelt von der mathematischen Funktion, für die Bedeutung in der Informatik siehe Determinante (Datenbank)
In der Linearen Algebra ist die Determinante eine
Funktion, die jeder quadratischen Matrix eine Zahl zuordnet.
Zum Beispiel hat die 2×2-Matrix

die Determinante
- det(A) = ad - bc.
Die Formel für größere Matrizen wird weiter unten angegeben.
Die Determinante von A wird manchmal als |A| geschrieben, jedoch sollte diese Notation vermieden werden, da
sie auch dazu verwendet wird, andere Matrix-Funktionen zu bezeichnen, wie z.B. die Quadratwurzel aus AA*.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Geschichte und Anwendungen
1.1 Bedeutung der Determinante für lineare
Gleichungssysteme
2 Definition und Berechnung
2.1 1×1 bis 3×3-Determinanten
2.2 Allgemeine Formel
3 Eigenschaften
4 Ableitung
5 Verallgemeinerungen
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Geschichte und Anwendungen
Historisch gesehen wurden Determinanten bereits vor den Matrizen betrachtet. Ursprünglich war eine Determinante definiert als
eine Eigenschaft eines linearen
Gleichungssystems. Die Determinante "determiniert", ob das Gleichungssystem eine eindeutige Lösung besitzt (dies ist genau
dann der Fall, wenn die Determinante ungleich Null ist). In diesem Zusammenhang wurden 2×2-Matrizen von Cardano Ende des 16. Jahrhunderts und größere von Leibniz
ungefähr 100 Jahre später behandelt.
Determinanten werden benutzt, um invertierbare Matrizen zu charakterisieren und um die Lösung eines linearen Gleichungssystems
mit Hilfe der Cramerschen Regel explizit auszudrücken. Sie können
verwendet werden, um die Eigenwerte der Matrix A als Nullstellen des
charakteristischen Polynoms
p(x) = det(A-xIn) zu ermitteln.
Man bildet die Determinante von n Vektoren im Rn, indem man die Determinante der
quadratischen Matrix berechnet, deren Spalten die gegebenen Vektoren sind. Mit dieser Festlegung kann das Vorzeichen der
Determinante einer Basis dazu verwendet werden, den Begriff
der Orientierung in Euklidischen Räumen zu definieren.
Determinanten werden zur Berechnung von Volumen in der Vektorrechnung verwendet: der Absolutbetrag der Determinante von reellen Vektoren ist gleich dem Volumen des Parallelepipeds, das durch diese Vektoren aufgespannt wird. Eine Folgerung ist: Wird die lineare Abbildung f :
Rn -> Rn durch die Matrix A
repräsentiert, und ist S eine beliebige messbare Teilmenge
des Rn, dann ist das Volumen von f(S) durch |det(A)| ·
Volumen(S) gegeben. Allgemeiner gilt: Wird die lineare Abbildung f :
Rn -> Rm durch die
m-mal-n Matrix A repräsentiert, und ist S eine beliebige messbare Teilmenge von
Rn, so ist das n-dimensionale Volumen von f(S) gegeben durch
?(det(ATA)) · Volumen(S).
Bedeutung der Determinante für lineare Gleichungssysteme
Der folgende Abschnitt erläutert anschaulich, welche Bedeutung die Determinante einer Matrix für die Lösbarkeit eines linearen Gleichungssystems (LGS) hat.
Gegeben sei folgende Gleichung:
- a · x = b
x ist die unbekannte Variable, a und b sind reelle Zahlen.
Möchte man nun x berechnen, so löst man die Gleichung über Äquivalenzumformungen nach x auf. Es entsteht folgende Formel:
- x = b / a
Dabei muss man aber beachten: Durch Null kann man nicht teilen. Also muß a ungleich Null
sein, damit die Gleichung auf diese Weise lösbar ist. Im Fall dass a und b beide gleich Null sind, ist jede reelle Zahl x eine
Lösung. Ist a gleich Null und b ungleich Null, dann hat die Gleichung a·x=b keine Lösung.
In der linearen Algebra rechnet man mit Matrizen und
Vektoren. Sei A eine quadratische Matrix und b ein Vektor
mit genausovielen Zeilen wie A. Man kann nun die folgende Gleichung aufstellen:
- A · x = b
Dabei ist · eine Matrix-Vektor-Multiplikation (siehe Matrix) und x ist ein unbekannter (gesuchter) Vektor. Schreibt man dieses Produkt aus, erkennt man,
dass es eigentlich mehrere Gleichungen sind, es handelt sich also um ein lineares Gleichungssystem.
Rein formal könnte man die Lösung in derselben Form aufschreiben wie oben:
- "x = b / A"
Es wird also der "Vektor b durch die Matrix A geteilt". So einfach wie mit reellen Zahlen ist das jedoch nicht, denn wie teilt
man durch eine Matrix? In der Regel ermittelt man die Lösung daher mit dem Gauß-Algorithmus. Jedoch gibt es auch hier nicht immer eine eindeutige Lösung: Die
Null-Matrix ist mit Sicherheit eine der Matrizen, die die Gleichung unlösbar machen oder zu unendlich vielen Lösungen führt (wenn
b=0 ist). Gibt es aber auch andere Matrizen, für die die Gleichung keine eindeutige Lösung hat?
Um diese Frage zu beantworten, hilft die Determinante. Die Determinante einer Matrix mit reellen Einträgen ist eine reelle
Zahl. Ist diese Zahl gleich Null, so ist eine eindeutige Lösung ausgeschlossen, da man den Vektor b durch "Null" teilen müsste.
Dies ist aber nicht möglich, und so liefert der Gauß-Algorithmus in dem Fall entweder keine oder unendlich viele Lösungen. Die
Determinante gibt also Auskunft darüber, ob eine Gleichung eindeutig lösbar ist oder nicht.
Dazu gibt es nun gleichwertige Begriffe:
- Ist det(A) = 0, dann heißt die Matrix A singulär, sie ist dann nicht invertierbar und die Gleichung Ax = b ist nicht eindeutig lösbar.
Man kann die Lösung eines linearen Gleichungssystems auch über eine Eigenwert- und Eigenvektorzerlegung erreichen. Im
englischen ist diese unter Singular Value Decomposition bekannt. Sie liefert bei numerischer Lösung des Systems (z.B. im Computer) in bestimmten Fällen genauere Ergebnisse als
der Gauß-Algorithmus.
Definition und Berechnung
Sei A = (Ai,j) eine quadratische Matrix.
1×1 bis 3×3-Determinanten
Falls A eine 1×1-Matrix ist, dann ist
- det(A) = A1,1.
Falls A eine 2×2-Matrix ist, dann ist
- det(A) = A1,1 · A2,2 - A2,1 ·
A1,2.
Für eine 3×3-Matrix A, ist die Formel komplizierter:
- det(A) = A1,1·A2,2·A3,3 +
A1,3·A2,1·A3,2 +
A1,2·A2,3·A3,1
- - A3,1·A2,2·A1,3 -
A1,1·A2,3·A3,2 -
A1,2·A2,1·A3,3
Diese Determinante lässt sich von Hand einfacher mit der Regel von
Sarrus berechnen.
Allgemeine Formel
Für eine allgemeine n×n-Matrix wurde die Determinante von Gottfried Leibniz durch die heute als Leibniz-Formel bekannte Formel definiert:

Die Summe wird über alle Permutationen ? der Zahlen {1,...,n}
berechnet und sgn(?) bezeichnet das Vorzeichen der Permutation ?: +1, falls ? eine gerade Permutation ist und -1, falls sie
ungerade ist.
Diese Formel enthält n! Summanden
und ist somit unhandlich, falls n größer als 3 ist. Sie eignet sich jedoch zum Beweis von Aussagen über
Determinanten.
Im Allgemeinen können Determinanten mit dem Gauß-Algorithmus
berechnet werden, unter Verwendung der folgenden Regeln:
- Falls A eine "obere [untere] Dreiecksmatrix" ist, d.h. Ai,j = 0 für i
> [<] j (nur Nullen unterhalb [oberhalb] der Hauptdiagonalen), dann ist
- det(A) = A1,1 · A2,2 · ... · An,n das
Produkt der Hauptdiagonal-Einträge
- Falls B sich aus A ergibt, indem man 2 Zeilen oder Spalten austauscht, dann ist det(B) = -
det(A)
- Falls B sich aus A ergibt, indem man eine Zeile oder Spalte mit der Zahl c multipliziert, dann ist
det(B) = c · det(A)
- Falls B sich aus A ergibt, indem man ein Vielfaches einer Zeile oder Spalte zu einer anderen Zeile
oder Spalte addiert, dann ist det(B) = det(A).
Beginnend mit einer beliebigen quadratischen Matrix benutzt man die letzten drei Regeln, um die Matrix in eine obere
Dreiecksmatrix zu überführen, und berechnet dann die Determinante mit der ersten Regel.
Es ist außerdem möglich, eine Determinante "nach einer Zeile oder Spalte zu entwickeln", indem man die Laplace-Formel
benutzt, die für kleine Matrizen oder Matrizen mit vielen Nullen sehr effizient ist.
Entwicklung nach der i-ten Zeile (Laplace'scher Entwicklungssatz). Es gilt

wobei A' ij die (n-1)×(n-1)-Untermatrix ist, die aus A durch
Streichung der i-ten Zeile und j-ten Spalte entsteht (siehe komplementäre Matrix). Genau genommen gibt dieser Entwicklungssatz nur ein Verfahren an, die Summanden
der Leibniz-Formel in einer bestimmten Reihenfolge zu berechnen. Das kann aber nützlich sein, wenn die Matrix in einer Zeile oder
Spalte viele Nullen enthält. zum Beispiel ist
Die durch den Faktor (-1)i+j bewirkte Vorzeichenverteilung entspricht einem
Schachbrettmuster.
Eigenschaften
Die Determinante ist eine multiplikative Abbildung in dem Sinne, dass
- det(AB) = det(A)det(B) für alle n×n-Matrizen A und
B.
Es ist einfach zu sehen, dass det(rIn)=rn und somit
- det(rA) = rn det(A) für alle n×n Matrizen
A und alle Skalare r.
Falls A invertierbar ist, dann ist
- det(A-1)=det(A)-1.
Eine Matrix und ihre Transponierte haben dieselbe Determinante:
- det(A) = det(AT).
Falls A und B ähnlich sind, d.h. falls eine invertierbare Matrix X existiert, so dass A =
X-1BX, dann ist mit der Multiplikativität
- det(A) = det(B).
Deswegen kann man die Determinante eine linearen Abbildung f : V -> V definieren
(wobei V ein endlich-dimensionaler Vektorraum ist), indem man eine
Basis für V wählt, f als Matrix relativ zu dieser Basis beschreibt und die Determinante dieser Matrix nimmt.
Das Ergebnis ist unabhängig von der gewählten Basis.
Es gibt Matrizen, die die gleiche Determinante haben, aber nicht ähnlich sind.
Falls A eine quadratische
-Matrix mit reellen oder komplexen Werten ist und falls die (komplexen) Eigenwerte von A sind,
angeordnet nach ihren algebraischen Mehrfachheiten, dann ist
- det(A) =
.
Dies folgt aus der Tatsache, dass A immer ähnlich zu ihrer Jordanform (oder Jordan-Normalform) ist, einer oberen Dreiecksmatrix mit den Eigenwerten auf der Hauptdiagonalen.
Aus der Verbindung zwischen der Determinanten und den Eigenwerten kann man eine Verbindung zwischen der Spurfunktion, der Exponentialfunktion und der Determinante ableiten:
- det(exp(A)) = exp(tr(A)).
Ableitung
Die Determinante von reellen quadratischen Matrizen ist eine Polynomfunktion von
Rn×n nach R, und als solche überall differenzierbar. Ihre Ableitung kann mit Hilfe von Jacobis
Formel dargestellt werden:
- d det(A) = tr(A# dA)
wobei A# die zu A komplementäre Matrix bezeichnet. Insbesondere ergibt sich für invertierbares A, dass
- d det(A) = det(A) tr(A-1 dA)
oder vereinfacht,
- det(A + X) - det(A) ? det(A) tr(A-1 X)
falls die Werte der Matrix X hinreichend klein sind. Der Spezialfall wenn A gleich der Einheitsmatrix
I ist, ergibt
- det(I + X) ? 1 + tr(X).
-
Verallgemeinerungen
Es ist sinnvoll, die Determinante für Matrizen zu definieren, deren Einträge in einem kommutativen Ring liegen. Die Regeln zu Berechnung, die Leibniz-Formel und die
Kompatibilität mit der Matrix-Muliplikation bleiben gültig, mit der Ausnahme, dass nun eine Matrix A genau dann
invertierbar ist, falls det(A) ein invertierbares Element des zugrundeliegenden Ringes ist.
Für manche Zwecke betrachtet man auch formale Determinanten, deren Einträge sowohl Skalare als auch Vektoren sind,
z.B. bei der Definition eines verallgemeinerten Kreuzprodukts. Diese werden
mit der Leibniz-Formel berechnet (natürlich dürfen dabei keine Vektoren miteinander multipliziert werden).
Man kann die Determinante wie folgt abstrakt als eine gewisse antisymmetrische multilineare Abbildung definieren: Falls
R ein kommutativer Ring ist und M = Rn der n-dimensionale freie R-Modul, dann ist
- det: Mn
R
die eindeutig bestimmte Abbildung mit den folgenden Eigenschaften:
- det ist R-linear in jedem der n Argumente.
- det ist antisymmetrisch, d.h. falls zwei der n Argumente gleich sind, so ist die Determinante Null.
- det(e1,..,en) = 1, wobei ei das Element von
M ist, das eine 1 als i-te Koordinate hat und sonst Nullen.
Lineare Algebraiker bevorzugen den Weg der multilineare Abbildung, um die Determinante zu definieren, wohingegen andere
Algebraiker die Leibniz-Formel bevorzugen.
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