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Die Clairaut-Differentialgleichung ist eine nichtlineare
gewöhnliche
Differentialgleichung erster Ordnung. Sie ist nach dem französischen Wissenschaftler Alexis-Claude Clairaut benannt.
Zu einer vorgegebenen reellen Funktion f hat sie die folgende Form:

Durch das folgende Verfahren kann man die Lösung bestimmen: Durch Differentiation der Clairaut-Differentialgleichung erhält man
y' = y' + xy'' + f'(y')y''
y''(x + f'(y')) = 0
Einer der Faktoren muss gleich 0 sein:
y'' = 0

Einsetzen in die ursprüngliche Differentialgleichung liefert
ax + b = ax + f(a)
b = f(a)
Das Ergebnis ist somit eine Gerade in der xy - Ebene
y = ax + f(a)
mit dem freien Parameter a (kann z. B. durch Anfangsbedingungen festgelegt werden).
Ist der andere Faktor gleich 0 so gilt
x = - f'(y')
Wir betrachten nun y' als Parameter der Lösungskurve:
x = - f'(t)
Einsetzen in die ursprüngliche Differentialgleichung:
y = - tf'(t) + f(t)
Man kann nun die Schnittpunkte zwischen den Geradenlösungen und der parametrisierten Lösungskurve ermitteln:
ax + f(a) = - tf'(t) + f(t)
- af'(t) + f(a) = - tf'(t) +
f(t)
Offensichtlich gibt es einen Schnittpunkt bei t = a; die Steigung der parametrisierten Lösung ist dort gleich der Steigung der
Geraden:

Die Geradenlösungen sind also Tangenten der parametrisierten Lösung. Wenn die
parametrisierte Lösung keine Wendepunkte hat, so trennt sie die Ebene daher in einen Bereich, in dem durch jeden Punkt 2
Geradenlösungen laufen, und einen Bereich, der frei von Lösungen ist; sie wird dann als Einhüllende bezeichnet. Lösungen sind
dann nicht nur die Einhüllende selbst und die Geradenlösungen, sondern auch Lösungskurven, die stückweise auf Geraden und
stückweise auf der Einhüllenden verlaufen.
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