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Lambert Adolphe Jacques Quételet (* 22. Februar 1796 in Gent - ? 17. Februar 1874 in Brüssel) war ein belgischer Mathematiker, Statistiker und Astronom.
Leben
Quételet wurde 1796 in Gent geboren.
Sein Studium an der Universität Gent beendete er 1819 mit einer Dissertation über Kegelschnitte. Danach unterrichtete er Mathematik am
Athenaeum in Brüssel. Im Jahre 1920 wurde
er an die Académie Royale des Sciences et Belles-Lettres de Bruxelles berufen. Als Astronom setzte er sich für die Gründung eines belgischen Observatoriums ein und war zeitweise deren Leiter. Ab 1826 arbeitete er
am belgischen Landesamt für Statistik.
Diese Tätigkeit und die Bekanntschaft mit Pierre-Simon
Laplace weckten in Quetelet das Interesse an der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Er versuchte auch diese Erkenntnisse auf neuen
Gebieten wie der Meteorologie und dem Erdmagnetismus anzuwenden.
Bei weiteren Untersuchungen wandte er sich dem Menschen zu. Quetelet war damit einer der ersten Mathematiker, die statistische
Methoden als Instrumente der Sozialwissenschaften und der Psychologie nutzten. Unter anderem untersuchte er die Normalverteilung menschlicher Körpermaße. So führte er eine Messung des
Brustumfanges von 5.738 schottischen Soldaten durch und entdeckte dass die beobachteten Werte normalverteilt waren.
Quetelet suchte weiterhin nach statistischen Besonderheiten der Lebenserwartung oder charakterlicher und sozialer
Eigenschaften wie die Neigung zur Schriftstellerei oder zur Kriminalität. Er entdeckte, dass viele dieser Eigenschaften
normalverteilt sind. Quetelet fasste dies unter dem Idealtyp des mittleren Menschen (frz. homme moyen)
zusammen. Dieses von ihm begründetet Wissensgebiet nannte er Sozialphysik.
Er gründetete verschiedene wissenschaftliche Gesellschaften und versuchte, den internationalen Austausch unter den
Wissenschaftlern verschiedener Staaten zu verbessern. Quetelet gilt heute als Begründer der modernen Sozialstatistik. Unter
anderem organisierte er 1846 die erste Volkszählung in Belgien.
Er starb am 17. Februar 1874 in
Brüssel.
Werke
Seine Bibliographie umfasst mehr als 300 Bücher und Artikel. Zu seinen Hauptwerken zählen:
- Astronomie élémentaire (1826)
- Sur l'homme et le dévelopment de ses facultés, ou Essai de Physique soziale (1835)
- Sur le climat de Belgique (1849)
- Sur la physique du globe (1861)
- Histoire des sciences mathematiques et physiques chez les Belges (1865)
- Météorologie de la Belgique (1867)
Fakten
Quetelets Untersuchungen zum menschlichen Körper hatten später großen Einfluss auf Alphonse Bertillon, der basierend auf seinen Untersuchungen die Bertillonage entwickelte.
Die von Quetelet entwickelte Körpermassenzahl
(Body-Mass-Index) wird auch Quetelet-Index genannt.
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